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Kultur im Norden Die Psyche und was daraus werden kann
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18:10 25.04.2018
L�beck

Das war in der Lübecker Petrikirche nicht anders, wo er am Dienstag im Rahmen der vom Asta-Kulturreferat der Lübecker Universität veranstalteten Lesewoche zu Gast war. Es mussten immer noch mehr Stühle herangeschafft werden, bevor er mit seiner Lesung begann. Wobei es keine reine Lesung war, sondern eine plus Werkstattbericht, denn Fitzek erzählte über seinen Werdegang und seine Arbeit, bevor er kurze Passagen aus seinen Büchern vortrug.

Seine Bücher, das sind ein gutes Dutzend Romane wie „Der Augensammler“ oder „Abgeschnitten“, die im Titel schon blutig mit dem Zaunpfahl winken. Es sind Psychokrimis, in denen der Wahnsinn schaurige Methode hat. Die Psyche interessiere ihn nun mal sehr, sagte er. Und weil Psychiater am tiefsten in diese seltsame Welt hinabstiegen, die jeder in sich trage, spielten sie in seinen Büchern auch eine tragende Rolle. Außerdem ist sein Bruder Chefarzt einer psychiatrischen Klinik.

Fitzek selbst ist promovierter Jurist, hat sich aber aufs Schreiben verlegt und kann sehr gut davon gut leben. Seine millionenfach verkauften Romane wurden in 24 Sprachen übersetzt, fanden ins Kino und ins Theater. Seit 2006 legt er im Jahrestakt ein neues Buch vor, und sie landen fast regelmäßig auf der „Spiegel“-Bestsellerliste.

Aktuell ist er dort mit „Flugangst 7a“ vertreten. Wieder geht es um einen Psychiater, der diesmal in einem Flugzeug sitzt. Er ist auf dem Weg zur Geburt seines Enkelkindes, als ihn eine Nachricht erreicht: Um seine Tochter und das Baby zu retten, soll er jemanden an Bord zurück in dessen Krankheit führen – eine Ex-Patientin mit Massenmordfantasien. Und in dem Airbus sitzen 626 Menschen.

So geht es zu in Fitzeks Büchern, dabei sieht man ihm die Abgründe gar nicht an. Ein Familienvater von 46 Jahren steht da sehr entspannt inmitten der Zuhörer und erzählt in leichtem Berliner Tonfall von sich und seiner Arbeit. Es seien oft Alltagssituationen, aus denen sich Ideen für seine Romane ergeben, sagt er. Ein Paket für den Nachbarn etwa, und schon macht sich der Irrsinn auf den Weg.

Sein nächstes Buch „Der Insasse“ soll am 24. Oktober erscheinen. Es spielt in einer psychiatrischen Anstalt, in der ein Mörder sitzt und über einen entführten Jungen schweigt. Bis sich dessen Vater einweisen lässt. int

LN