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Kultur im Norden Das sehen Sie im Lübecker Theater
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18:06 26.04.2019
Nosferatu, die zweite: „Die tonight, live forever oder Das Prinzip Nosferatu“ wird in der kommenden Spielzeit fortgesetzt. Quelle: Kerstin Schomburg/Olaf Malzahn
Lübeck

Das Theater Lübeck geht mit einem ambitionierten Spielplan in die Saison 2019/2020. Im Musik- und im Sprechtheater wird es eine Reihe von Lübecker Erst- und Uraufführungen geben, populäre Opern und Dramen sind eherrar gesät.

Geboten wird im Musiktheater in der kommenden Saison eine Art musikalische Weltreise mit Stationen in Südamerika, Afrika, Europa und China sind die Stationen dieser Entdeckungsfahrt. Das Zeug zu einem Publikumserfolg hat die erste Premiere der Saison am 25. August. Die Kurzoper „Maria de Buenos Aires“ ist eines der Hauptwerke von Astor Piazzolla, die allgemeine Tango-Begeisterung der letzten wird wohl dafür sorgen, dass dieses wunderbare kleine Werk seine Zuschauer findet. Fortgesetzt wird die Kooperation mit dem Kieler Ballett. Am 21. September hat das romantische Ballett „La Sylphide“ mit der Musik von Herman Lövenskiold aus dem Jahr 1832 Premiere im Großen Haus.

Ein gewagter Spielplan für das Musiktheater

Eine moderne Oper ist „Christophe Colomb“ von Darius Milhaud, die am 12. Oktober erstmals zu sehen sein wird. Die Oper wurde 1928 in Paris uraufgeführt und besticht durch ihre Verbindung von Bühnenspiel und filmischen Einspielungen, die Ende der 1920er Jahre revolutionär waren. Für die Freunde der traditionellen Opernkunst gibt es dannab dem 15. November Antonin Dvoráks Oper „Rusalka“. Wer das berühmte „Lied an den Mond“ noch nicht kennt, wird es spätestens nach der Premiere nicht mehr vergessen.

Barockoper steht ebenfalls wieder auf dem Programm. Am 26. Januar hat „Montezuma“ von Carl Heinrich Graun Premiere, eine Oper, für die kein Geringerer als der preußische König Friedrich II. das Libretto schrieb. Eine Groß-Kooperation mit dem Theater Halle und dem Künstlerkollektiv Angermeyer/George/Somé/Traoré/van Schoor beginnt dann am 6. März. Dann findet im Theater Lübeck die Uraufführung der Oper „L’Européenne“ von Richard van Schoor statt, die später am Theater Halle gezeigt wird. Im Gegenzug kommt Meyerbeers monumentale Oper „L’Africaine“ am 3. Und 5. April als Gastspiel nach Lübeck.

Im Zeitalter des Wandels

Zemlinskys Oper „Der Kreidekreis“, die auf einer chinesischen Erzählung fußt, wird am 19. und 21. April in der MuK konzertant aufgeführt. Den Abschluss des Premierenreigens bildet dann Giuseppe VerdisSimon Boccanegra“ am 30. Mai. Auch diese Produktion ist das Ergebnis einer Kooperation, diesmal mit dem Theater Hagen.

Insgesamt ein gewagter Spielplan, in dem es nur zwei vertraute Werke gibt, „Rusalka“ und „Simon Boccanegra“. Ob das dem Lübecker Opernpublikum genügt, wird sich erweisen müssen.

Wie verhalten sich Gesellschaften in Zeiten des Wandels? Wie kommt ein solcher Wandel überhaupt zustande? Und wie reagieren die Menschen auf solche „transitorische“ Situationen? Das sind die Fragen, mit denen sich das Lübecker Schauspiel in der kommenden Saison beschäftigen wird. Schauspieldirektor Pit Holzwarth inszeniert zum Auftakt am 6. September unter dem Titel „Game of Crowns 1“ Shakespeares Königsdramen um „Richard II.“, „Heinrich IV.“ und „Heinrich V.“. Verschiedene Herrscher-Typen, die jedoch eines vereint: Die Gier nach Macht, Geld und Ruhm.

Andreas Nathusius zeigt im Großen Haus ab dem 13. September seine Sicht auf Friedrich Schillers „Die Räuber“. Tony Kushners bitterböse Bilanz der US-Gesellschaft der 1980er Jahre mit dem Titel „Engel in Amerika“ folgt in der Regie von Marco Stormarn am 8. November.

Cornelia Funkes „Tintenherz“ als Weihnachtsmärchen

Das Weihnachtsmärchen der kommenden Saison stammt von Cornelia Funke: „Tintenherz“. Anna Werner inszeniert diese Bühnenfassung des erfolgreichen Jugendbuches der in den USA lebenden Autorin.

Eine, wie es im Spielplanheft heißt, „minimalpoetische Neubearbeitung“ von Gerhart Hauptmanns Debüt-Drama „Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer hat am 30. November Premiere. Was sich genau dahinter verbirgt, wird man dann erfahren. Friederike Harmstorf bringt anschließend am 31. Januar Ödon von Horvarths Frühwerk „Zur schönen Aussicht“ auf die Bühne.

Musikalisch wird es dann in der Premiere am 8. Februar. „Alice“ ist ein Musical mit Musik von Tom Waits über den Mathematiker und Schriftsteller Charles Dodgson, den Autor von „Alice im Wunderland“, und die kleine Alice Liddell, für die Dodgson sein weltberühmtes Buch schrieb. Malte C. Lachmann setzt das Musical in Szene. Shakespeares Dramen über die Rosenkriege kommen am 2. April auf die Bühne. Regie in „Game of Crowns 2“ führt die Engländerin Lily Sykes.

Mehr Besucher, aber weniger Einnahmen

Das Theater Lübeck verzeichnete im Jahr 2018 so viele Zuschauer wie zuletzt vor 20 Jahren. 183 789 Besucher kamen in die Kammerspiele, das Große Haus, in das Junge Studio und zu den Konzerten der Lübecker Philharmoniker, rund 4000 mehr als ein Jahr zuvor. Schlecher als ein Jahr zuvor sind jedoch die Eigeneinnahmen des Theaters ausgefallen: Sie betrugen knapp 3,8 Millionen Euro, gut 100 000 Euro weniger als 2017. Der Geschäftsführende Theaterdirektor Christian Schwandt führte diesen Rückgang auf die zunehmende Zahl von Schülern und Studenten unter den Theaterbesuchern zurück, die stark rabattierte Karten erwerben können. Insgesamt zählte das Theater 2018 rund 45 000 Zuschauer, die jünger als 26 Jahre waren.

Ein bekanntes Strukturproblem belastet das Theater Lübeck jedoch weiterhin. Der Landeszuschuss erhöht sich per anno nur um 1,5 Prozent, die tatsächlichen Kostensteigerungen unter anderem durch die Tarifsteigerungen im Öffentlichen Dienst und die Erhöhung des Mindestlohnes betragen jedoch jährlich mehr als vier Prozent. „Diese Schere wird immer größer“, sagte Schwandt. Das Land müsse darüber nachdenken, seine Zuschüsse für das Theater zu erhöhen. Diese lagen 2018 bei 10,5 Millionen Euro, die Stadt finanzierte das Theater mit zehn Millionen Euro, hinzu kamen die Eigeneinnahmen 3,8 Millionen Euro.

Ein besonderes Projekt folgt am 1. Mai. Wajdi Maouawads Welterzählung „Vögel“ über die unglückliche Liebe einer Jüdin und eines Moslems will Regisseur Pit Holzwarth in den Originalsprachen Hebräisch, Arabisch und Englisch spielen lassen. Am 16. Mai spielt das Theater Lübeck erstmals in der Kulturwerft Gollan. „Nosferatu. Haus der Antikörper“ heißt der zweite Teil der Bühnengeschichte über den Untoten von Natascha Gangl, das Theater kooperiert wieder mit dem Theater Rampe aus Stuttgart und einer freien Tanzgruppe. Regie und Choreografie liegen bei Nicki Liszta und Marie Bues. Den Abschluss der Spielzeit bildet dann eine Dramatisierung von Thomas Manns Novelle „Tonio Kröger“, die Catrin Mosler am 30. August inszeniert.

Info: Ab 15. Mai können Neuabonnenten für die kommende Spielzeit Abos abschließen; das Spielzeitheft gibt es ab sofort im Theater

Jürgen Feldhoff

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