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Kultur im Norden Multimedia-Performance in der Petrikirche
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18:21 01.11.2019
Am Flügel: die Lübecker Pianistin Ninon Gloger. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Quietsche-Enten lagen auf den Stühlen, eine Spieldose, ein Schellenkranz und allerlei anderes Gerät, mit dem sich Klänge erzeugen lassen. Das würde hier kein gewöhnliches Konzert werden, so viel schien sicher. Und so war es ja auch nicht gedacht.

Tatsächlich erwartete die Besucher am Donnerstag in der Petrikirche ein auf mehreren Ebenen arbeitender Abend, eine Multimedia-Performance der Konzertreihe Klangrauschen mit Musik, Film und Selbstbeteiligung im Rahmen der Nordischen Filmtage.

Sound and vision

Grundlage war „Jahr“, ein Gedicht Georg Trakls. Das wurde von dem dänischen Geiger und Komponisten Kuno Kjærbye in Töne und von der dänischen Filmemacherin Maria Mac Dalland in Bilder übersetzt.

Am Flügel saß Ninon Gloger, der Schlagzeuger Jonathan Shapiro war für die Percussion zuständig, Daniel Sorour spielte Cello. Und rings um sie, eingeteilt in zwei Gruppen, saß in gut gefüllten Klappstuhlreihen das Publikum, das nach der Pause die Seiten wechselte.

Klangrauschen im November

Das nächste Konzert in der Klangrauschen-Reihe findet am 23. November statt: „Finlandia“ mit Werken der finnischen Komponisten von Tomi Räisänen, Kaija Saariaho, Asta Hyvärinen, Aulis Sallinen, Einojuhani Rautavaara. Die Arbeit von Tomi Räisänen ist ein Kompositionsauftrag des Ensembles Klangrauschen.

Die Musik Kjærbyes, der schon vor Jahren mit dem Letmark-Quartet Bilderkonzerte in Kinos veranstaltet hat, bewegte sich zwischen spätromantischen und impressionistischen Klängen. Feine Passagen mündeten in grollende Ausbrüche und wurden wieder aufgefangen. Zwischendurch schien es ganz still bis auf einige leise fallenden Klaviertöne an der Grenze der Hörbarkeit.

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„Dunkle Stille der Kindheit“ war das Konzert überschrieben, die ersten Worte aus Trakls Text. Dieser von so vielen unheimlichen Mächten getriebene Dichter hat auch hier seine ganze Sprachgewalt walten lassen.

Zwei, drei Worte genügen, um ein ganzes Bild zu zeichnen. Auf einer Leinwand war zu sehen, wie Maria Mac Dalland mit einzelnen Bruchstücken aus dem Text verfuhr und welche Bilder ihr dazu einfielen. Da glitt die Kamera durch Trakls schwankende Ähren, aber auch durch Notenblätter und über die Musiker bei anderer Gelegenheit. Wörter und Symbole gingen ihrer Wege, Möwen stiegen auf, es gab viel zu sehen. Und nach der Pause, als die Gruppen die Seite gewechselt hatten, begann es von vorn.

Klappern und Rasseln

Das Publikum war aufgefordert mitzumachen. Es wurde zum Chor, zum rasselnden und klappernden Orchester, zu Lautmalern. Und es wurde zum Umzugshelfer, als Ninon Gloger mitsamt Flügel gedreht wurde, aber weiterspielte, was wiederum auch auf der Leinwand zu sehen war. Da wurden also ständig die Perspektiven gewechselt.

Da wurde gefragt, ob man den Bildern glauben soll, und wenn ja, welchen: den eigenen oder den fremden.

Und da stellte man fest, dass das eine ziemlich gute Frage ist.

Sehen Sie in unserer fortlaufenden Galerie die tollsten Momente des Filmfestivals in Lübeck!

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