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Kultur im Norden Erfolgreiches Musikfest in Lübeck
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18:10 14.05.2018

Zu Beginn überzeugten Mar- tin Klett, Klavier, und Valentino Worlitzsch, Violoncello, der für den angekündigten Abel Selaocoe eingesprungen war. Sie spielten Debussys späte Cellosonate (1915), die mit überraschenden Abweichungen vom bekannten Formmodell aufwartet. Beide Partner ergänzten sich hier wie auch in den folgenden Werken de Fallas und Schu- manns trotz der vermutlich nur kurzen Probenzeit. Gegen Ende ihres Auftritts hatte Valentino Worlitzsch zunehmend mit der Intonation zu kämpfen.

Vor der Pause erklang Dvo- ráks großes, mit seinen sechs Sätzen endlos scheinendes „Dumky“-Klaviertrio e-moll op. 90. Das Delta Piano Trio mit Gerhard Spronk, Violine, Irene Enzlin, Violoncello, und Vera Kooper, Klavier, stammt aus den Niederlanden und war bereits Preisträger bei mehreren Kam- mermusik-Festivals. Mit Hingabe bemühten sie sich, den elegischen Grundton des Werkes unterschiedlich zu färben.

Nach der Pause gehörte das Podium dem russischen Pianisten Alexander Markovich. Er ist dem Lübecker Publikum in durchaus eindringlicher Erinnerung – erneut beeindruckte sein pianistischer Zugriff mit ungeheuren Kraftreserven auch diesmal – „ein pianistisches Erdbeben,“ kommentierte ein Zuhörer. Doch kann Markovich auch leise spielen, was er in den fünf Klavierstücken Tschaikowskys und in Debussys „Suite Bergamasque“ unter Beweis stellte. Mit eigenen Improvisationen über Opern versetzte er das Publikum in einen wahren Begei- sterungstaumel. Mit der großen Zustimmung, die das Kammermusikfest auch in diesem Jahr gefunden hat, erübrigt sich die Frage nach der Zukunft – schließlich laufen Planungen für das nächste Jahr und sogar für das 30. in zwei Jahren. dk

LN