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Kultur im Norden Erinnerung an Wolfram Eicke im Hamburger Planetarium
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16:11 24.08.2019
Rolf Zuckowski, Freund und Weggefährte Wolfram Eickes. Quelle: int
Hamburg

Anfang Juni ist Wolfram Eicke gestorben, mit 63 Jahren bei einem nächtlichen Bad in der Ostsee vor Haffkrug, wo er gewohnt hat. Er hat Lieder geschrieben, Romane, Märchen, Erzählungen. Eine hieß „Der kleine Tag“, woraus er mit Hans Niehaus und Rolf Zuckowski ein Musical gemacht hat. Am Sonnabend, 24. August, war es ihm zu Ehren vor Freunden, Weggefährten und der Familie im Hamburger Planetarium zu sehen, wo es seit Jahren zum festen Programm gehört.

Der kleine Tag ist im Lichtreich zu Hause und soll am 23. April zur Erde geschickt werden. Er hofft auf etwas Besonderes, auf etwas, das die altgedienten Rekordtage beeindruckt. Aber dann passiert nicht viel. Keine Kriege, keine Erdbeben, keine großen Erfindungen. Nur zwei Menschen, die sich nach 50 Jahren wiedersehen, Wartende im Regen an der Bushaltestelle, ein Junge, der ein Jahr auf seine Gitarre gespart hat und eine Rockband gründet, ein Mann und eine Frau im Park, sehr verliebt. Ein Mädchen hat noch Geburtstag und einen Hund geschenkt bekommen, und irgendwo beginnt ein Konzert.

Einen Nachruf auf Wolfram Eicke finden Sie hier:

„Anderswo gibt’s ein Hallo“

Er geht trotzdem durch diesen Tag wie die Engel in Wim Wenders’ „Himmel über Berlin“, die mit leiser Melancholie den ungeheuren Alltag beobachten, und freut sich und staunt. Dann muss er zurück, er hat ja nur 24 Stunden. Aber das ist okay. „Abschied heißt, was Neues kommt, denn anderswo gibt’s ein Hallo.“

So waren die Geschichten von Wolfram Eicke: anrührend und lebensklug, lehrreich und lustig. Und zuversichtlich und unverzagt waren sie auch.

Idee auf dem Ärmelkanal

Diese sei dem Freund auf der Fähre über den Ärmelkanal eingefallen, erzählte Rolf Zuckowski. Er selbst sei beim Lesen vor allem über einen Satz gestolpert. „Ich bin nur heute“ hieß der – „wie lange kann man darüber nachdenken“. Es gebe nur dieses eine Leben, diese eine Chance, man solle am besten etwas daraus machen. Das sei Wolfram Eicke wichtig gewesen. „Er hat immer nur das Licht weitergeben wollen, die Liebe.“

Zeitgleich zu Hamburg ist am Sonnabend in zwei anderen Planetarien an Wolfram Eicke erinnert worden. In Jena ebenfalls mit „Der kleine Tag“, in Bochum mit „Das silberne Segel“, das er mit Hans Niehaus geschrieben hat. „Wolfram ist hier in dem runden Raum zu Hause“, sagte Thomas Kraupe, der Direktor des Hamburger Planetariums. Und es werde auch weiterhin sein Zuhause bleiben. Unter anderem als posthumer Pate für Beta Pyxidis, einen Stern im Sternbild Schiffskompass, 32 mal so groß wie unsere Sonne und 388 Lichtjahre entfernt.

Tränen übers Gesicht

Im Herbst vor 20 Jahren ist die CD mit dem „Kleinen Tag“ erschienen. Die Uraufführung des Musicals war im Planetarium Mannheim. Seither ist es weltweit aufgeführt worden: in Guatemala oder Ägypten, in Kamerun oder Südafrika. Hans Niehaus erinnerte sich an eine Aufführung im Staatstheater in Breslau, als dem Freund die Tränen übers Gesicht liefen. Oder an eine Aufführung in Aachen, als der kleine Tag von einem blinden Jungen auf einem Pferd gespielt wurde und Wolfram Eicke es führte.

Auch Eickes Söhne Fabian und Philipp erinnerten noch einmal an ihren Vater. „Danke für deine Art, dein Leben gelebt zu haben“, sagten sie.

Von Peter Intelmann

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