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Kultur im Norden Erleuchtung in der Tate Modern in London
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14:14 10.07.2019
Olafur Eliasson vor einem seiner Kunstwerke. Quelle: Foto: dpa
London

Ólafur Eliasson und die Tate Modern in London haben ein ganz besonderes Verhältnis zueinander. Mit seinem „Weather Project“, einer glühenden illusionären Sonne unter der Spiegeldecke der gigantischen Turbinenhalle des ehemaligen Kraftwerks, setzte der dänisch-isländische Lichtkünstler 2003 neue Maßstäbe der Gegenwartskunst. Das von mehr als zwei Millionen Menschen besuchte Installationsprojekt markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere - und für das Erfolgskonzept der Tate Modern.

In London zu sehen bis zum 5. Januar

In einer Art gegenseitigem Dankeschön haben sich beide nun zu einem ersten umfassenden Überblick über drei Jahrzehnte des Schaffens des in Berlin arbeitenden Eliasson zusammengetan. Die Schau Ólafur Eliasson: In Real Life“ läuft vom 11. Juli an bis zum 5. Januar 2020.

Schon auf der Terrasse werden Besucher von der elf Meter hohen Installation „Wasserfall 2019“ begrüßt, die Eliasson speziell für London schuf. Das Thema von Schönheit und Zerbrechlichkeit der Natur setzt sich innen mit einer 20 Meter langen Wand aus skandinavischem Rentiermoos fort, die man „riechen und anfühlen“ soll. Spiele mit Licht und Schatten, Dunst, Wasser, Farben und Spiegelreflexionen laden in Werken wie „Beauty 1993“ und „Your uncertain shadow 2010“ zum Nachdenken und zur „Wahrnehmung von Umgebung und Miteinander“ ein.

Tastend durch den Nebel

Kaleidoskope aus Spiegelglas und Aluminium eröffnen neue Perspektiven. Die Installation „Dein Blinder Passagier 2010“ lädt zu einem Gang durch einen 39 Meter langen „Nebelkorridor“ ein, in dem der Besucher sich an den Wänden entlang tastet und nur seine Füße sieht. Die Erfahrung ruft ganz unterschiedliche Reaktionen hervor, wie Eliasson betonte. „Entweder man hasst es oder man liebt es.“ Wichtig aber sei bei all seinen Werken der „Moment der individuellen Wahrnehmung“.

Seine Werke, sagte Eliasson, seien noch genauso relevant wie vor 30 Jahren. Die Schau sei aber keineswegs eine Retrospektive. „Ich hoffe noch weitere 30 Jahre zu arbeiten“, sagte der 52-jährige vor der Eröffnung in London.

Appell ans politische Gewissen

Mit den rund 40 ausgestellten Werken bringt der Künstler erneut Spaß in die Tate. In einer Mischung aus Erlebnis, Interaktion und umweltpolitischem Gewissensappell wechseln sich sensibel-ästhetische Kunstwerke ab mit ernsten Warnungen vor den Auswirkungen des menschlichen Handels auf die Zerstörung der Umwelt.

Die Ausstellung ist danach vom 14. Februar bis zum 21. Juni 2020 im Guggenheim Museum Bilbao zu sehen

Anna Tomforde

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