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Kultur im Norden Die Piraten sind los im Hansemuseum
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12:00 28.11.2019
Die Puppenspieler Silke Technau und Stephan Schlafke vom Figurentheater Lübeck haben das Hansemuseum für die Premiere ihres neuen Stücks „Pirat Eberhard & die geheimnisvolle Insel“ gekapert. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Fans von Kapitän Eberhard kennen ihn schon von seiner Schatzsuche auf Kaperfahrt. Jetzt ist der Pirat auf seiner Kogge „Falkenkralle“ auf dem Meer zu finden, mitten in einer Flaute. Und das, erklärt Regisseur Holger Brüns, drückt auf die Stimmung an Bord. Matrose Johnny, Schiffsjunge Kai und die aus einem Schiffbruch gerettete Piratin Elena haben kaum noch Proviant und Wasser. Dann sichtet Elenas Ratte Luzie eine Insel, die jedoch bewohnt ist – beste Ausgangslage für ein spannendes Abenteuer.

Ein Jahr Vorbereitung für ein neues Stück

Nur noch ein wenig Feinabstimmung, so die Figurenspieler Stephan Schlafke und Silke Technau, dann stehen die Szenen. Rund ein Jahr wird für die Vorbereitung eines Kinderstücks benötigt: von der ersten Zeichnung der Charaktere, „wie wir sie uns vorstellen“, über die Prototypen und fertigen Tischtheaterpiraten von der Berliner Puppenbauerin Doris Gschwandtner, bis zum textilen Bühnenbild, für das Denise Puri verantwortlich zeichnet. Kilian Kreuzinger, Werner Bartelt-Brüggemeier und Stephan Schlafke haben das Schiff entworfen. Nur wer genau hinsieht, erkennt in der Außenhaut eine Hängematte.

Die „Falkenkralle“ sticht wieder in See

Den Fokus legt das Theater in der Handlung auf die Lebensentwürfe der Figuren. Kai möchte Tierforscher werden, Eberhard und Elena verbindet zarte Liebesbande, Johnny wollte sich eigentlich von der letzten Beute das wurmstichige Holzbein mit einem aus Silber ersetzen. Doch das Aufeinandertreffen mit dem alten Seebären und Piraten Sir Thomas, der seinen Ruhestand mit Ratte Felipe auf der Insel verbringt, lässt den einen oder anderen seine Pläne über Bord werfen. Obgleich jeder Charakter seine eigenen Ziele verfolge, so Brüns, gehe es in der Geschichte um Zusammenhalt. Auch, wenn die Crew der „Falkenkralle“ schließlich in anderer Kombination wieder in See stechen werde, wie der Regisseur verrät. Bis dahin gibt es noch einen Kampf, einen Sturm, ein Piratenlied; die Szenen untermalt von Musik des Akkordeonisten Felix Kroll.

Kapitän Eberhard wieder auf großer Fahrt

Die Reise von Kapitän Eberhard auf der Bühne fortzusetzen, sei vor allem den Zuschauern geschuldet, betont Stephan Schlafke: „Sie wollten wissen: Wie geht es weiter?“ Dazu kam die Sonderausstellung zu „Störtebeker und Konsorten“ im Hansemuseum, das zunächst Spielort bleiben wird wegen der andauernden Bauarbeiten im eigenen Hause am Kolk. So lag ein Piratenstück nahe, das jedoch besondere Herausforderungen mit sich bringe, wie Silke Technau erzählt, weil sich die feingliedrigen Figuren im Wellengang an den Wanten festhalten und dem Schwanken des Schiffes anpassen müssen.

Weitere Vorstellungen

Das Stück„Pirat Eberhard & die geheimnisvolle Insel“ für Kinder von vier bis zwölf Jahren ist Teil des Adventsprogramms im Europäischen Hansemuseum.

Premiere ist am Freitag, 29. November, 15 Uhr; weitere Aufführungen vom 30. November bis 3. Dezember sowie vom 8. Bis 10. Dezember, jeweils um 15 Uhr.

Weitere Terminezum Adventsprogramm auch zu den Stücken „Troll-Weihnacht“, „Der Schimmelreiter“, „Rungholtsehre“, die etwas andere Fabel „Ein Schaf fürs Leben“ und „Die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas Evangelium“ unter www.figurentheater-luebeck.de.

Das offene Spiel, in dem die Spieler auf der Bühne zu sehen sind, berichtet Stephan Schlafke, habe das Lübecker Publikum zunächst überrascht, „aber dann wird es zum Gesamtbild“. Die Figuren wecken sofort Interesse als ausgeprägte Persönlichkeiten. Erwachsene, die junge Theaterbesucher zu dem Piratenstück begleiten, werden sich nicht langweilen.

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