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Kultur im Norden Figurentheater Lübeck kapert das Hansemuseum
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15:42 03.09.2019
Pirat Eberhard aus dem Figurenmuseum hat sich im Hansemuseum schon etwas umgesehen und freut sich auf die neue Spielzeit. Quelle: Felix König/Agentur 54°
Lübeck

Es sei schon ein komisches Gefühl „heimatlos“ zu sein, gibt Stephan Schlafke zu. Der Papa der unzähligen Marionetten und Figuren des Figurentheater Lübecks und seine Frau Silke Technau haben seit gut einem Dreivierteljar kein Dach überm Kopf – gemeint ist das berufliche Zuhause, das Theater wie auch das Museum am Kolk: Beide Institutionen werden bis Ende 2021 umfassend saniert und umgebaut. „Wir bekommen neue Ausstellungsräume nach internationalem Standard – und einen neuen Theatersaal, in dem wir moderne Inszenierungen zeigen können“, sagt Schlafke als künstlerischer Leiter. „Und so weit läuft alles nach Plan.“

Umbau läuft nach Plan

Und zum Glück greift man sich in Lübeck unter die Arme, sagen die beiden Berliner dankbar – und sind froh, dass andere Spielhäuser und Stätten ihnen derweil als „Gastspielhaus“ helfen, damit die Figuren im Depot regelmäßig an die frische Luft und unter die Zuschauer dürfen. So gastierte das Figurentheater zuletzt im Jungen Studio des Theater Lübeck – und kommt jetzt ins Europäische Hansemuseum.

Hier, wo die Hanse quasi zuhause ist, sollen die Figuren aus dem Kolk und das Haus auch thematisch zusammenrücken, sagt Dr. Felicia Sternfeld. „Die produktive Zusammenarbeit hat sich bereits bei Events wie dem Hansekulturfestival und der Museumsnacht schon bewährt“, freut sich die Chefin des Hansemuseums. Und so hat das Figurentheater sein Programm in der neuen Spielzeit vom 27. September bis zum 27. Oktober an die neue Sonderaustellung des Hansemuseums „Störtebeker und Konsorten –Piraten der Hansezeit“ inhaltlich angepasst, die ebenfalls am 27. September startet. So ergibt sich ein maritimes Ganzes für die Besucher.

Stechen gemeinsam in kulturelle See (v.l.): Silke Technau, Dr. Antonia Napp, Dr. Felicia Sternfeld und Stephan Schlafke im Hansemuseum. Ganz vorne Pirat Eberhard und seine luistige Seeratte. Quelle: Agentur 54° / Felix Koenig

Gut 40 Aufführungen

Unter dem Titel „Figurentheater und Meer“ sind ab Ende September Klassiker des Figurentheater, Gastspiele und eine lustig, bunte Unterwasserweltausstellung des Figurenmuseums an „Störtebeker und Konsorten“ angedockt. Gut 40 Aufführungen sind geplant – mit bunten Stücken wie „Pirat Eberhard auf Kaperfahrt“, „Wer hat den Atlantik geklaut“ oder „Robinson Crusoe“ für Kinder und bewährten Stücken wie „Der Schimmelreiter“, „Don Carlos“, „Moby Dick“ und „Rungholts Ehre“ für Erwachsene.

„Im klassischen Sinne haben alle Stücke etwas mit dem Meer zu tun – und wir freuen uns sehr über diese tolle Zusammenarbeit“, sagt Schlafke. „Wir wachsen gut zusammen.“

Piratenheld von Cornelia Funke im Programm

Krönender Abschluss des Festivals ist die Geschichte des Piratenhelden der bekannten Kinderbuchautorin Cornelia Funke: „Käpt’n Knitterbart und seine Bande“ – gespielt vom Figurentheater Wolkenschieber aus Ostholstein.

Und so freuen sich das Hansemuseum, das Figurentheater, das Theaterfigurenmuseum sowie auch die Possehl-Stiftung als Gesellschafterin in diesem Herbst gemeinsam in See zu stechen.

Und ganz nebenbei . . . so ein Umherschippern hat auch sein Gutes, verrät Silke Technau. „Es ist zwar komisch ohne den Kolk aber das Arbeiten ist dadurch sehr viel strukturierter. Man probt kontinuierlich in Blöcken, um die Spielzeiten und Festivals vorzubereiten.“ Das sei zwar etwas strenger getaktet als zuvor, als man immer und jederzeit im Kolk war. Es werde das Beste aus der Situation gemacht – und siehe da: Es geht nun auch Meer.

Für mehr Infos zum Umbau und der neuen Spielzeit sind das Figurentheater sowie das Theaterfigurenmuseum seit Mai in einem Theater-Figuren-Mobil auf dem Kirchhof von St. Petri zu finden. Öffnungszeiten: montags bis sonntags 13 bis 17 Uhr und dienstags zusätzlich von 11 bis 17 Uhr. Mehr dazu auf www.figurentheater-luebeck.de

Von Schabnam Tafazoli

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