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Kultur im Norden Franziska Pietsch: Vom Wunderkind zur Virtuosin
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17:19 25.09.2019
Die Geigerin Franziska Pietsch spielt mit ihrem Klavierpartner Josu de Solaun im Kolosseum. Quelle: Foto: hfr
Lübeck

Sie war ein Geigenwunderkind in Ostberlin, früh gefeiert, früh gefördert. Franziska Pietsch sollte das musikalische Aushängeschild des Arbeiter- und Bauernstaates werden. Doch dann war es von einem Tag auf den anderen vorbei, weil ihr Vater, ebenfalls Musiker, nach einem Gastspiel im Westen blieb. Die 14-Jährige, die bereits mit elf an der Komischen Oper debütiert hatte und die sich gerade auf den renommierten Menuhin-Wettbewerb in London vorbereitete, fiel aus allen Förderungen.

Es war ein tiefer Sturz. Etwas brach. Die Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit vielleicht, mit der Franziska Pietsch dem Ruf der Violine als Vierjährige gefolgt war und der sie bislang zielstrebig auf den Weg zu einer großen Karriere geführt hatte. Zweieinhalb Jahre später durfte sie mit Mutter und Schwester aus der DDR ausreisen, nahm ihre musikalische Ausbildung bei Ulf Hoelscher in Karlsruhe wieder auf und setzte sie an der Juilliard School in New York fort.

Urvertrauen erschüttert

Den Weg zu einer Solokarriere aber nahm sie nicht wieder auf. Die Ausnahme-Virtuosin Franziska Pietsch ging als Konzertmeisterin ins Orchester. Der „Zeit“ sagte sie in einem Gespräch, das DDR-System habe es geschafft, ihr Urvertrauen zu erschüttern. „Das war meine Last, meine große Traurigkeit.“ Sie gründet ein Klaviertrio und ein Streichtrio, nimmt mit ihrem Klavierpartner Detlev Eisinger Duosonaten auf, macht sich als Kammermusikerin einen Namen, findet wieder Unbeschwertheit und Wahrhaftigkeit in der Musik.

Musik als poetisches Sprachrohr der Seele

Als Duo ist sie demnächst mit ihrem neuen Klavierpartner, dem Spanier Josu de Solaun, in Lübeck zu erleben. Peter Wilckens, der in Lübeck vor einigen Jahren das Konzept Music@cetera, aus der Taufe gehoben hat, präsentiert das Duo am 8. Oktober um 19.30 Uhr im Kolosseum. Die Geigenvirtuosin spielt Werke von Schostakowitsch, Fauré und Debussy. Der Schauspieler und Sprecher Volker Hanisch trägt dazu Gedichte und kurze Geschichten vor. Die Botschaft des Duos: Musik als poetisches Sprachrohr der Seele in die Welt zu tragen.

Karten gibt es unter:www.musicaetcetera.com

Von Regine Ley

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