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Kultur im Norden Furioses Finale von Classical Beat
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16:45 27.05.2019
Luciano Supervielle ließ elektronische und akustische Musik verschmelzen. Quelle: hfr
Lübeck

Es war der Abschluss und zugleich der Höhepunkt des Classical Beat Festivals: Am Sonnabend trafen sich im Schuppen 6 die Solisten mit (fast) allen Beteiligten. Während Helfer die schwarz verhüllten Eisinstrumente von Terje Isungset, dem diesjährigen Porträtkünstler, auf die Bühne schafften, genoss das Publikum noch geschwätzig seinen Wein. In diese Atmosphäre hinein spielte das Festival-Ensemble unter der Leitung von Bernd Ruf, künstlerischer Leiter des Festivals, einen ersten Opener, während Isungset mit der Sängerin Maria Skranes die Bühne betrat und sofort begann, auf seinen selbstgebauten Instrumenten aus norwegischem Gletschereis zu spielen. Neben Eishörnern, einem großen Windspiel und einem perkussiven Eismörser präsentierte sich vor allem das marimbaähnliche Iceophon als besonders klangschön. Die Bläser des Ensembles hinterlegten das pentatonische Geschehen mit repetitiven Soundlandschaften.

Rekomposition nach Antonin Dvorak

Nach einer kurzen Begrüßung durch Bernd Ruf spielte das Sirius Quartet aus New York eine Komposition ihres zweiten Violinisten Gregor Hübner: „New World, November 9, 2016“ – eine Rekomposition nach Motiven Antonín Dvoraks. Die vier Musiker extrahierten aus ihren Streichinstrumenten derart geräuschhafte Klangbilder, dass sich die Aufführung des zerrissenen Werkes nur unwesentlich stören ließ durch die Arbeiter, die parallel das tauende Instrumentarium Isungsets abräumten.

Ein Werk des ersten Violinisten Fung Chern Hwei über einen Monsunregen in Malaysia vereinigte nach der Pause das Festival-Ensemble aus aller Welt mit Musikstudierenden aus Lübeck und den südamerikanischen Musikern Jaques Morelenbaum und Luciano Supervielle. Nach einem lautmalerischen Intro mauserte sich das Werk schnell zu einem ausgewachsenen Bigbandsatz mit mächtiger Breitseite, der schließlich wieder in versiegenden Pizzicato-Tropfen ausklang. Das mehrsätzige Werk „La Sphère“ von Supervielle, dem Porträtkünstler 2018, bot die tiefsten Bässe des Abends und ließ elektronische und akustische Musik konversieren.

Nachlese im Treibsand

Im Nachlesekonzert im Treibsand präsentierte die Bigband der Musikhochschule ihr Ergebnis der Verbindung von elektronischen Sounds, groovender Rhythmsection und messerscharfen Bläserparts: die Komposition „Till Your Well“ von Micha Knarr an der Elektronik, Jon Klein an den Drums und unter der Leitung von Kio Krabbenhöft.

Mehr Besucher als im Vorjahr

Ein positives Fazit zieht Festival-Leiter Hans-Wilhelm Hagen. Die Besucherzahlen stiegen von 4500 im Vorjahr auf knapp 6000. „Die Resonanz der Besucher war sehr positiv. Bei den kostenlosen Open-Air-Konzerten zum Auftakt kamen auch jüngere Zuhörer.“

Jakob Rieke

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