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Kultur im Norden Verwandte Seelen in Lübeck
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18:17 11.07.2019
„Nebblio“ - Dieses Ölblid von Venedig im Nebel hat Friedel Anderson im vergangenen Jahr gemalt. Hubertus Hoffschild zeigt es in seiner Sommerausstellung. Quelle: Dorothea Kurz-Kohnert
Lübeck

In seiner Sommerausstellung lässt Hubertus Hoffschild zwei Seelenverwandte aufeinandertreffen: Klaus Fußmann und Friedel Anderson. Sie gehören zu den führenden zeitgenössischen Malern in Schleswig-Holstein. Als dritten Künstler präsentiert der Lübecker Kunstfachmann Jan Kromke aus Dresden.Von ihm zeigt er Ölbilder und Holzdrucke.

Jan Kromke, 1976 in Geesthacht geboren, wandert viel. Auf seinen einsamen Pfaden in Lappland oder Patagonien hält er seine Eindrücke von Landschaften und Himmel fest. Seine meditativen Bilder entstehen jedoch nicht nach seinen Fotovorlagen, sondern sind die Quintessenz seiner Eindrücke. Es geht nicht um Abbildung, nicht um Verortung, sondern um Atmosphäre. Himmelsformationen in Blautönen, in denen das Dunkle immer wieder von magischem Licht durchbrochen wird.

Kromke arbeitet mit lasierten Ölfarben, die er bis zu 20-mal übereinander aufträgt. Die Oberfläche ist glatt wie ein Spiegel, so als sei die Farbe aufgesprüht, Pinselstriche sind nicht erkennbar. Kromke hat nach einem Illustration- und Designstudium in Hamburg Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden studiert. In der Stadt an der Elbe lebt und arbeitet er heute.

„Nach Vincent“

Den Maler Friedel Anderson, der zurzeit auch auf der NordArt bei den Norddeutschen Realisten vertreten ist, kennt und schätzt Hubertus Hoffschild seit gut 15 Jahren, ist ihm freundschaftlich verbunden. In seiner Lübecker Galerie hängt das großformatige Bild „Nebblio“ von Anderson. Die romantisch-verträumte Ansicht zeigt Venedig im Nebel, inspiriert von einem gemeinsamen Urlaub im vergangenen Jahr in der Lagunenstadt. Neben großformatigen Innen- und Außenansichten von monumentalen Gebäuden, sind auf kleineren Formaten Schuhe, Früchte und Rosen zu sehen, prachtvoll in Öl gemalt.

Aus seiner Verehrung für die Alten Meister und seiner Beschäftigung mit der Kunstgeschichte macht der 1954 in Oberhausen geborene Künstler keinen Hehl: Bei den ausgetretenen Schuhe hat er auf dem Bild vermerkt „nach Vincent“. Friedel Anderson hat nach seinem Abitur in Itzehoe von 1974 bis 1977 zunächst Kunstgeschichte an der Universität Göttingen studiert, anschließend Malerei an der Kunsthochschule in Kassel.

Zu viel Besucher

Die Bilder von Friedel Anderson und von dem eine Generation älteren Klaus Fußmann sind populär: bekannt und beliebt. Klaus Fußmann wird vom Publikum vor allem für seinen beschaulichen Landschafts- und Blumenbilder in kraftvollen. Farben verehrt. Zu seinem 80. Geburtstag am 24. März wurde im vergangenen Jahr eine große Retrospektive auf Schloss Gottorf eröffnet. Um die Besucherströme zu kanalisieren, mussten die Ausstellungsräume zeitweilig geschlossen werden. Was in der Ausstellung in Schleswig im Großen zu sehen war, zeigt Hubertus Hoffschild im Kleinen. Er bringt dem Besucher die Anfänge, den heute eher unbekannten Fußmann aus dessen Berliner Zeit in den 1970er und 1980er Jahren nahe: ernste, fast melancholische Stillleben, die Räume und deren Innenleben in dunklen, erdigen Tönen festhalten.

Zwischen Berlin und Ostsee

„So habe ich Fußmann kennengelernt,“ sagt Hoffschild. Fußmann ist im rheinischen Velbert geboren und hat an der Folkwangschule (heute Folkwang Universität der Künste) in Essen studiert. 1962 ging er ins damalige West-Berlin, wo er 1974 eine Professur an der Hochschule der Künste erhielt. Wenig später entdeckte er Schleswig-Holstein für sich: In Gelting an der Flensburger Förde bezog er ein Haus mit Atelier. Heute pendelt der Maler zwischen Berlin und Ostsee.

Fußmann war einer der ersten, der Anderson gekauft hat,“ weiß Hoffschild zu berichten. Die beiden Künstler schätzen und sammeln gegenseitig Kunstwerke von einander. Friedel Anderson sprach ehrfurchtsvoll in einem Interview von dem „zupackenden Malzauber“ Fußmanns.

Info: Öffnungszeiten im Juli und August nach telefonischer Vereinbarung mit Hubertus Hoffschild unter 0171/193 58 42

Dorothea Kurz-Kohnert

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