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Kultur im Norden Gitte Haenning kommt nach Lübeck: „Ich bin grundsätzlich crazy“
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09:58 15.11.2019
„Lübeck ist schnuckelig und inspirierend“: Gitte Haenning ist gerne zu Gast in der Hansestadt. Quelle: hfr
Lübeck

Gitte Haenning stand bereits mit acht Jahren als Kinderstar auf der Bühne, zusammen mit ihrem Vater. Den Durchbruch hatte sie mit „Ich ’nen Cowboy als Mann“, mit Rex Gildo wurde sie zum deutschen Schlagertraumpaar. In den 1980er Jahren sang sie selbstbewusst „Ich will alles“. Doch der Jazz hat sie ein Leben lang begleitet, nun kehrt sie in ihrem neuen Programm zurück zu den Wurzeln.

Ihr Programm heißt „Still crazy“. Darf man das persönlich verstehen?

Ja natürlich, selbstverständlich.

Was war denn das Verrückteste, das Sie zuletzt gemacht haben?

(Lacht) Oh, das kann ich nicht genau sagen. Wenn man grundsätzlich crazy ist, kann man sich nur glücklich schätzen. Ich verbinde das mit meinem neuen Programm, in dem ich ein bisschen aus meinem Leben erzähle. Ich möchte das Publikum auf eine Reise mitnehmen.

Wohin führt die?

Ich war ja ohne Verschulden ein Kinderstar in Dänemark und Skandinavien und wurde dann zum Teenager-Star, über diese Zeit erzähle ich.

Bereits mit acht Jahren stand Gitte Haenning als Kinderstar auf der Bühne. Sie hat Schlager, Musicals, Swing und Jazz gesungen. Ein kleiner Ausschnitt.

Sie haben ja damals auch Jazz gesungen.

Ich bin damit aufgewachsen, weil ich eine rhythmische Person bin und tolle Harmonien liebe. Ich werde auch die Songs von damals singen und es gibt immer eine kleine Geschichte dazu. Denn ich bin mir nicht sicher, ob das Publikum wirklich weiß, woher ich komme.

Und was ist mit Ihren Hits, kann man den „Cowboy“ vielleicht als Jazznummer hören?

Nein, das habe ich ja schon gehabt, es ist ein komplett neues Programm.

Lübeck ist ja fast ein Heimspiel für Sie. Sie sind häufig hier aufgetreten und haben in „Sunset Boulevard“ am Theater die Norma Desmond gespielt.

Ja, ich freue mich riesig auf Lübeck, weil ich dort so tolle Menschen kennengelernt habe.

War das gleich eine Traumrolle für Sie?

Nein, ich habe erst mal nein gesagt, weil es ja eine so unfassbar große Herausforderung ist. Ich kann mir doch keinen Text merken, ich stehe sogar bei meinen Konzerten mit Textbuch auf der Bühne.

Am 17. November zu Gast in Lübeck

Am Sonntag, 17. November,gastiert Gitte Haenning mit ihrer Band um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Lübeck

Der Eintrittbeträgt 20 bis 41 Euro. Karten gibt es in den LN-Geschäftsstellen.

Weitere Infos www.agentur-charis.de

Aber es hat doch wunderbar funktioniert.

Ja, nur mit großer Hilfe, mit Monitor, Knopf im Ohr und der bezaubernden Souffleurin. Ich hatte wirklich nicht vermutet, dass es so gut wird.

Werden wir denn auch etwas aus „Sunset Boulevard“ hören?

Ja, zum ersten Mal in diesem Programm. Das wollte ich in Lübeck noch mal zelebrieren.

Was gefällt Ihnen an Lübeck?

Abgesehen von der großartigen Geschichte und den Persönlichkeiten wie Thomas und Heinrich Mann und Willy Brandt ist die Stadt so bezaubernd. Die kleinen Häuser sind schnuckelig und inspirierend, sie erinnern mich natürlich auch ein bisschen an meine Heimat. Ich habe sehr nette Menschen getroffen, habe hier Silvester gefeiert mit meinen Freunden aus Kopenhagen.

Verbringen Sie das Wochenende in Lübeck?

Ja, ich habe hier gute Bekannte und freue mich, sie zu treffen, zum Beispiel den Sänger Steffen Kubach.

Was gehört für Sie zum typischen Lübeck-Programm?

Letztes Mal habe ich mit Freunden eine Schiffsfahrt auf der Trave gemacht, das war bezaubernd.

Gerade war der Mauerfall vor 30 Jahren ein großes öffentliches Thema. Sie sind ja auch öfter in der DDR aufgetreten, mit welchen Gefühlen?

Ambivalent. Wenn man über die Grenze gefahren ist war es immer unangenehm. Die Polizisten in diesen Uniformen, meine Schwester hat sie „Schrankenpäpste“ genannt. Es gibt Menschen, die genießen diese Macht. Das kenne ich natürlich als Dänin gar nicht. Aber ich habe auch die Herzlichkeit beim Publikum gespürt, zum Beispiel beim „Kessel Buntes“ im Friedrichstadtpalast. Die Zuhörer waren fast atemlos, das war etwas ganz Besonderes, Andächtiges. Aber als die Ost-Manager mich ein bisschen einfangen wollen für die DDR, habe ich aufgehört.

Was ist passiert?

Sie wollten mich als Aushängeschild für die Eröffnung eines großen Gebäudes engagieren. Ich habe ja gesagt, aber nur, wenn ein befreundeter Musiker aus der DDR, ein hervorragender Bluessänger, auch auftreten darf. Das war nicht möglich. Dann hatte ich keine Lust mehr. Es würde mich mal sehr interessieren, was in den Akten über mich steht.

Sie können ja Einsicht beantragen.

Ja, vielleicht sollte ich das mal machen.

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Von Petra Haase

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