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Kultur im Norden Gnadenlos lustiger „Meisterboxer“
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10:17 18.09.2017
Herrlich unsportlich: Tommy Geisler hat die Lacher als „Meisterboxer“ Breitenbach auf seiner Seite. Quelle: Foto: Hfr
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Geisler, der die Hauptrolle des Marmeladenfabrikanten Breitenbach spielt, hat den Text gekürzt und gestrafft. Und aus der feschen Tänzerin Coletta hat er einen schwulen Tänzer gemacht, der den Herren den Kopf verdreht. Diese Veränderungen machen Sinn, sie heben den Schwank in die Gegenwart und machen ihn sehr gut konsumierbar, trotz seines Alters.

Und so entspinnt sich auf der Bühne ein kurzweiliges und durchgehend witziges Spiel um den „Helden“ Breitenbach, der sich als Boxer ausgibt, um auswärts endlich den vegetarisch-puristischen Vorstellungen seiner Frau zu entkommen. Was auch lange gut geht – bis der echte Meisterboxer Breitenbach auftaucht.

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Tommy Geisler kann auf sein Ensemble vertrauen. Er selbst ist ein hinreißend unsportlicher Meisterboxer, die Flucht auf den Schrank vor dem echten Faustkämpfer gelingt ihm ebenso wie die leicht dadaistisch angehauchten Dialoge. Britta Thrö als seine Gattin gibt eine wackere Xanthippe, Jean Pierre Hintze einen demütigen Kumpel Breitenbachs, der sich vor seiner Gattin (überzeugend: Gunda Geller) fürchtet. Fritze-Finn Dieckmann als schwuler Sohn Breitenbachs tänzelt ganz allerliebst über die Bühne, Alice Soetbeer spielt eine hinreißend naive Tochter Lotte. Blass bleibt Jens Lustig als Geschäftsfreund Hugo Hecht – die Rolle lässt ihm wenig Möglichkeiten. Und Tolga Aytekin als echter Boxmeister verfügt über eine schwere Rechte, der man am liebsten aus dem Wege ginge. Ein rundum gelungener Abend mit Tempo und Drive, in dem die Gags sitzen und die Witze ebenso. Gnadenlos lustig. fel

Nächste Aufführungen: heute um 15 Uhr sowie am 6. Oktober (20 Uhr) und 8. Oktober (18 Uhr)

LN

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