Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Musikalische Reise mit Gregor Meyle
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Musikalische Reise mit Gregor Meyle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:13 09.12.2019
Gregor Meyle & Band: Der schwäbische Songpoet sang und spielte mit viel Herzblut. Quelle: 54° / Felix König
Lübeck

„Hätt auch anders kommen können“ heißt das letzte Studio-Album von Gregor Meyle, das 2018 herausgekommen ist. Ein Satz, den der 41-jährige Sänger und Gitarrist sich zu Herzen genommen hat. Denn wäre es bei ihm nicht anders gekommen, würde er immer noch als Roadie im Tourbus anderer Künstler sitzen. Doch es kam alles anders. Heute steht der Songpoet mit der knarzigen Stimme selbst auf der Bühne und machte gerade Station in der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK) und begeisterte die rund 1000 Fans.

Musik und Marzipan

Doch bevor Meyle auf die Bühne kam, hatte erst einmal die Vorband Zeit zu glänzen – das klappte, trotz Sprachbarriere. Denn die Wiener Sängerin Ina Regen sang ihre Lieder in oberösterreichischer Mundart. „So weit nördlich war ich mit meiner Musik noch nie. Ich hoffe aber, es klappt mit der Verständigung. Ansonsten setze ich auf den Exoten-Bonus“, sagte sie. Mit ihrer glockenklaren Stimme und den wunderschönen Melodien hatte sie die Lübecker schnell für sich eingenommen.

Musikalischer Tausendsassa

Das erste Albumvon Songpoet Gregor Meyle kam bereits 2008 heraus. Einen Produzenten braucht der gebürtige Backnanger bis heute nicht. Mit Meylemusic gründete er sein eigenes Label und will damit unabhängig von Plattenfirmen bleiben. Dort erschienen nicht nur seine sechs Studio-, sondern auch fünf Live-Alben.

Mit „absolut LIVE“ kam im Juli 2019 sein neuester Tonträger mit 15 Tracks heraus; Audio-CD 16,99 €, MP3 13,99 €.

Die freuten sich aber noch mehr auf Gregor Meyle, der, das obligatorische Hütchen auf dem Kopf, kurz nach 20 Uhr die Bühne im Konzertsaal der MuK betrat und sich sichtlich über den Jubel und Geschenke freute. „Wahnsinn, ich habe jetzt schon Marzipan bekommen. Dabei hab ich noch gar nicht gespielt.“ Doch das holte er sofort nach und startete mit „Dann bin ich zuhaus“ in den Abend. Stand der Schwabe aus Backnang, der seine Herkunft nicht verleugnen kann, anfangs noch alleine auf der Bühne, tauchte nach und nach auch der Rest der Band auf. Und die hatte es wieder in sich. Insgesamt neun Musiker begleiten Gregor Meyle schon seit Jahren auf Tour. „Die Hälfte von ihnen habe ich von ,Sing meinen Song’ weggeklaut“, sagt er stolz.

Spielfreudige Verstärkung

Mit seinen Musikern hatte er einen guten Griff getan, denn gerade die drei Bläser Johannes Goltz (Posaune), Axel Müller (Saxofon) und Trompeter Christoph Moschberger gaben den Liedern auch dieses Mal den richtigen Sound. Doch auch Andreas Gundlach (Klavier), Christian Herzberger (Geige), Massimo Buonanno (Drums), Dominik Krämer (Bass), Markus Vollmer (Gitarre) sowie Backgroundsängerin Laura Bellon überzeugten auf ganzer Linie. Die lange Zusammengehörigkeit merkte man den zehn Musikern an. Routiniert spielten sie sich durch das Repertoire alter und neuer Songs. Große Überraschungen gab es dabei allerdings nicht. Doch das war den Lübecker egal. Auch wenn sie dieses Mal etwas brauchten, bis sie sich aus den Sitzen erhoben und tanzten.

Trailer zur Tour

Sechs Studioalben gehen mittlerweile auf das Konto von Gregor Meyle. Eine Mischung daraus fand ihren Weg auf die Setliste, darunter Lieder wie „Flieg jetzt los“ über „Du bist das Licht“, „Fußspuren im Sand“, „Keine ist wie du“ oder „Hier spricht dein Herz“. Zweieinhalb Stunden lang unterhielten Gregor Meyle und Band das Publikum auf das Feinste. Mit der letzten Zugabe bescherten sie ihren Fans noch einen Gänsehaut-Moment. Bei „Mann im Mond“, ganz ohne Mikros und Verstärker akustisch und mitten im Zuschauerraum gespielt, konnte man eine Stecknadel fallen hören.

Lesen Sie auch:

Gregor Meyle: Vom Roadie ins Rampenlicht

Warum Gregor Meyle in Lübeck Ohrstöpsel verteilt

Von Majka Gerke

Der Weg der Verheißung“ stand über einem denkwürdigen Konzert in St. Aegidien. Eingeladen hatte die „Stiftung zum 7. Dezember 1970“. Das Datum mag manchem nicht sofort etwas sagen. Wenn man das Stichwort „Kniefall“ und den Namen Willy Brandt hinzufügt, ist die Sache klar.

09.12.2019

Das NDR Elbphilharmonieorchester überzeugte unter Dirigent Edward Gardner in der Lübecker MuK. Solistin des Abends war die junge Geigerin Vilde Frang aus Norwegen.

09.12.2019

Raoul Konan ist aus Afrika in den Norden geflohen. Heute ist er ein international gefragter DJ und lebt seit 20 Jahren in Lübeck. Aber er geht zurück.

09.12.2019