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Kultur im Norden Große Kunst im Lübecker Hafenschuppen
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07:00 27.09.2019
Großer Raum, große Formate: Titia Ohlhaver rückt eines ihrer Männerporträts im Hafenschuppen C gerade. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Die Männer sehen gut aus. Drei große Porträts ziehen gleich am Eingang die Blicke auf sich. Kaum zu glauben, dass es ein und derselbe Mann ist, den Titia Ohlhaver gemalt hat. Es ist James Franco. An dem Schauspieler und Golden-Globe-Gewinner faszinierte die Malerin die unglaubliche Wandelbarkeit, sein Inneres verschmelze mit den Rollen.

„Einfach mal raumgreifend sein“

Ein origineller Ansatz zum Thema „Innen und Außen“, unter dem die diesjährige Gedok-Ausstellung steht. Gedok ist die Gemeinschaft von Künstlerinnen und Kunstförderern, Arbeiten von 19 Künstlerinnen sind ab Freitag in Lübeck zu sehen. Erstmalig im Hafenschuppen C auf der nördlichen Wallhalbinsel, einem sehr hohen Lagerraum, vielen bekannt von Veranstaltungen des Festivals „Kunst am Kai“. „Wir wollten einfach mal raumgreifend sein, dazu hat man selten die Chance“, sagt Barbara Engel, die ein großformatiges, farbintensives Bild gemalt hat – tanzende Menschen mit Kopfhörern. Obwohl sie in der Gruppe sind, ist jeder abgeschottet vom Außen und von den anderen.

Am Freitag wird die Ausstellung in Lübeck eröffnet, wir haben uns schon mal umgesehen.

Filigrane komische Vögel aus St. Marien

Auch andere Künstlerinnen haben sich großflächig ausgetobt: Ute Lübbe hat eine Deckenzeichnung von der Kuppel der Marienkirche (in 38 Meter Höhe nur mit dem Feldstecher zu erkennen) auf eine lange weißevon Claudia Wilm und die Installationen aus Metall und Pappe von Rufina Schröter. Von weitem wirkt die Installation von Ruth Bleakley-Thiessen mit etlichen Feinstrümpfen wie eine Grafik, von dichtem erinnert „Him & Her“an weibliche und männliche Genitalien. Papierbahn gemalt – filigrane komische Vögel, von ihr noch in Details verfremdet. Nahes Herangehen lohnt. Ebenfalls auf großen Papierbahnen hat Renate Basten mit Farben und Formen gespielt, Karin Hilbers hat auf drei schmale dunkle Streifen weiße Buchstaben gedruckt, die fast altarhaft an der Stirnseite hängen.

Wölfe und Schafe in der Schublade

Die Größe des Raums wird gebrochen durch einen weißen begehbaren Kubus. In ihm finden die kleinformatigen Arbeiten einen geschützten Platz, etwa die Collage „drinnen“ von Elisabeth Rühe-Singelmann, die merkwürdig im Ungefähren bleibende Frauengruppe mit Blumentopf von Astrid Blome, die versonnene Frau am Meer von Bruni Jürss, Wölfe und Schafe in einer Schublade von Claudia Wilm und die Installationen aus Metall und Pappe von Rufina Schröter. Von weitem wirkt die Installation von Ruth Bleakley-Thiessen mit etlichen Feinstrümpfen wie eine Grafik, von dichtem erinnert „Him & Her“an weibliche und männliche Genitalien. Übrigens – Kunst gibt es derzeit auch im Hafenschuppen 6, die Gemeinschaft Lübecker Künstler stellt dort aus. Kann man gleich mit anschauen.

Eröffnung am Freitag, 27. September,um 19 Uhr mit Schlagzeugimprovisationen von Arian Robinson. Geöffnet bis zum 6. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr

Weitere Infos über die Gedok lesen Sie hier

Von Petra Haase

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