Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Großer Jubel für das NDR Elbphilharmonieorchester in Lübeck
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Großer Jubel für das NDR Elbphilharmonieorchester in Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 09.12.2019
Die junge Norwegerin Vilde Frang überzeugte im Konzert mit dem NDR-Elbphilharmonieorchester in der Lübecker MuK mit Strawinskys Konzert in D für Violine und Orchester aus dem Jahr 1931. Quelle: Marco Borggreve
Lübeck

Ein anspruchsvolles Programm ohne echte „Hits“, dazu ein Dirigent, der nicht allzu bekannt ist, und eine Violin-Solistin, die den Gipfel des Ruhms auch noch nicht erklommen hat: Das NDR Elbphilharmonieorchester mutete bei seinem Konzert am Sonnabend in der MuK dem Publikum einiges zu. Aber das Wagnis lohnte sich.

Ein unprätentiöser Leiter: Dirigent Edward Gardner

Zu Beginn erklang das fünfsätzige Werk „Métaboles“ von Henri Dutilleux, uraufgeführt 1965. Dieses Stück verbildet raffinierte Klangmalerei mit einer komplexen Architektur, das Ergebnis sind traumhafte musikalische Welten, die den Zuhörer gefangen nehmen. Dirigent Edward Gardner, der seit 2015 Chef des Bergen Philharmonic in Norwegen ist und das Orchester zu internationaler Bedeutung geführt hat, erwies sich als erfrischend unprätentiöser Leiter.

Mit präziser Schlagtechnik und sparsamen Gesten führte er die Elbphilharmoniker zu einer großartigen Leistung. In allen Instrumentengruppen entstand ein wunderbar beweglicher und differenzierter Klang, die dynamische Delikatesse und Raffinesse der „Métaboles“ wurden transparent dargeboten. Schon für dieses erste Werk des Abends gab es großen Applaus.

Das Publikum bejubelte die Solistin

Die junge Norwegerin Vilde Frang war anschließend die Solistin in Igor Strawinskys Konzert in D für Violine und Orchester aus dem Jahr 1931. Ein neoklassizistisches Konzert, das sich an der Form des barocken Concerto grosso orientiert und doch die sehr spezielle Handschrift Strawinskys nicht verleugnet. Vilde Frangs Violinton ist hell und wandlungsfähig, die Präzision ihres Spiels ist bemerkenswert. Dirigent Gardner erwies sich als exzellenter Begleiter, Orchester und Solistin bildeten eine Einheit von derartiger Homogenität, dass man meinen konnte, ein Kammerorchester säße auf der Bühne. Das Publikum bejubelte die Solistin, die jedoch keine Zugabe gewährte.

Nach der Pause dann eines der Hauptwerke von Claude Debussy, seine „Images pour orchestre“ von 1913. Drei Sätze musikalischer Malerei, aufwändig instrumentiert und abwechslungsreich im Ausdruck. Gerade die immer wiederkehrenden Wellenbewegungen in Dynamik und Klangfarbe gelangen unter Edward Gardners Leitung vorzüglich, die Pianokultur der Elbphilharmoniker war beispielhaft. Vor allem die Holzbläser überzeugten durch ihr Zusammenspiel und ihre Klangschönheit. Am Ende war der Jubel groß.

Das könnte Sie auch interessieren:

Vilde Frang stellt auf ihrem neuen Album Werke von Paganini und Schubert vor:

Von Jürgen Feldhoff

Raoul Konan ist aus Afrika in den Norden geflohen. Heute ist er ein international gefragter DJ und lebt seit 20 Jahren in Lübeck. Aber er geht zurück.

09.12.2019
Norddeutschland Fotobände aus der Region Bilder aus der Heimat

Landschaften, Details und Stadtaufnahmen: Verschiedene Bildbände dokumentieren die vielen schönen Seiten von Lübeck und dem Rest des Nordens. Wir stellen eine Auswahl vor.

08.12.2019

Von Maria Hellwig bis Led Zeppelin: Ehemalige und aktuelle Studenten feierten ihren Bereich vor ausverkauftem Haus mit einem großartigen Abend.

08.12.2019