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Kultur im Norden Hansestädte im Fokus
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19:17 19.09.2018
Felicia Sternfeld (l.), Angela Ling Huang und Jan Lindenau mit einem Hansetag-Dokument von 1556. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Mit einer kleinen, aber feinen Ausstellung will das Europäische Hansemuseum die Hansestädte neu entdecken. Ab dem 20. September ist die Schau im ersten Obergeschoss des Burgklosters zu sehen. Den Auftakt macht Hannover mit einem bislang nicht gezeigten Exponat.

„Wir sind gespannt, wie dieses neue Format funktioniert“, sagte Felicia Sternfeld, Direktorin des Hansemuseums, bei der Präsentation der Schau. Einen Ausflug in die Welt der Hanse wagten Angela Ling Huang, Leiterin der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums, und Carola Piepenbring-Thomas vom Stadtarchiv Hannover.

„HanseHeroes – Alte Städte neu entdeckt“ heißt die Reihe, deren erste Folge bis zum 18. November läuft. „Wir wollen jede einzelne Hansestadt in den Fokus nehmen“, so Ling Huang. „Hannover als unbekannte Hansestadt ist ein ganz spannender Anfang. Bis heute gibt es keinen Idealtypus dafür, was eine Hansestadt überhaupt erst ausmacht.“ Jede Stadt sei anders.

„Es gibt in den Archiven ganz viele Bestände, die noch gar nicht aufgearbeitet wurden“, so die Forscherin. Und so wird derzeit in Hannover nach entsprechenden Nachweisen gesucht, damit der jetzige Antrag der niedersächsischen Metropole, wieder in den Städtebund der Hanse aufgenommen zu werden, auch von Erfolg gekrönt wird.

Im Hansemuseum brilliert Hannover mit einem bislang nicht gezeigten Exponat, dem Original der Einladungsliste zum Hansetag des Jahres 1556, die bis zur Aufarbeitung der Bestände in diesem Jahr unbekannt war. Das unter Glas zu sehende Dokument nennt 71 eingeladene Hansestädte aus vier hansischen Quartieren. Auf der dritten Seite wird Hannover erwähnt – „ein Beleg für die Hansezugehörigkeit im 16. Jahrhundert“, so Piepenbring-Thomas. Städte wie Hannover seien auf vielfältige Art mit anderen Hansestädten verbunden. „Die Städte schlossen unter anderem gemeinsam Schutzbündnisse, führten vereint Boykotte und schlichteten untereinander Streit.“ Die Stadtvertreter seien stolz, dass Hannover der erste Hanse-Hero sei. Es gebe dort etwa 450 archivale Stücke, darunter Briefe, die wie das jetzt in Lübeck gezeigte Exponat bis dato nicht bearbeitet worden seien.

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) – derzeit Vormann der Hanse – sprach von einer „hochaktuellen Schau in einer Zeit, in der die Globalisierung nur noch schwer zu erklären ist und in der sich die Menschen wieder stärker auf das Regionale, das Gemeinsame und auf die Identität der Städte besinnen“. Er verwies auf die Zeit, in der die Städte gemeinsam eine große Macht darstellten und für ihre Interessen eingestanden hätten. „Das ist etwas, was die Menschen heute wieder bewegt.“

Die nächste „HanseHeroes“-Stadt wird Danzig sein, gab Ling Huang bekannt. Im kommenden Jahr werden 350 Jahre Hansetage gefeiert, Danzig war einst eine der Teilnehmerstädte. Heute sind 197 historisch nachgewiesen.

Rüdiger Jacob

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