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Kultur im Norden Nachwuchschor im Rentenalter
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17:21 27.09.2019
Too old to Rock’n’Roll? Davon halten die Senioren von Heaven can Wait wenig. Quelle: Moog Fotography/hfr
Hamburg

„So wie die Alten sungen“, heißt es im Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Die Zeile könnte auch das Motto sein für das Chorprojekt „Heaven can Wait“. Dessen Mitglieder tragen keine Popstarnamen wie Lady Gaga oder Justin Bieber, sondern heißen eher unglamourös Bärbel Schweinsberg, Hannelore Schmidt-Keune und Albrecht Schneider. Im Schnitt sind sie 75 Jahre jung, zusammen bringen die 32 Männer und Frauen mehr als 2000 Jahre auf die Bühne.

Seit der Premiere im August 2013 haben sie über 70 Auftritte absolviert. Filme wie „Herbstgold“, „Sein letztes Rennen“ oder „Calendar Girls“ hatten schon längst gezeigt, dass die Generation 70 plus zu mehr Aktivitäten taugt als Enten zu füttern im Park. Jetzt steht unter dem Motto „Still Alive“ ein neues Programm an.

Sido und Fettes Brot

Musikalisch hat sich der Chor weiter verjüngt. Bei der Songauswahl konzentrierte man sich auf Titel aus den vergangenen sechs Jahren, „wilde, komische, ans Herz gehende junge Lieder“, wie es auf der Homepage heißt. Dazu gehören die Spaßhymne „Happy“ von Pharrell Williams, „Das Leben ist ein Rockkonzert“ von SDP, „Steine“ von Sido und „Chöre“ von Mark Foster. Auch Marteria, One Republic und Fettes Brot sind dabei.

Initiator des eigenwilligen Projekts ist der Musiker, Komponist und Kabarettist Jan Christof Scheibe. Der Sohn eines Kirchenmusikers war bereits Mitglied der Hamburger A-cappella-Band „Partyanimals“, komponierte Filmmusik für TV-Serien und war am Thalia Theater und den Hamburger Kammerspielen engagiert. Scheibe war Produzent der Berliner Frauenband „Schön Blond“ und schrieb Songs für die „Missfits“ und Sissi Perlinger.

Vorbild aus den USA

Vor einigen Jahren hatte er in Zusammenarbeit mit dem St.-Pauli-Theater die Idee eines Hamburger Laienchors mit betagten Mitgliedern. Sein Vorbild waren das US-amerikanische Chorprojekt Young @ Heart und der britische Chor The Zimmers. Bob Coleman hatte „Young@ Heart“ 1982 gegründet, nachdem er in einer Altenwohneinrichtung in Massachussetts eine Gesangsgruppe ins Leben gerufen hatte. Auf der Setlist standen damals Titel Punk-, Pop- und Rock-Songs von The Clash bis zu den Stones. Die teils befremdliche, manchmal unfreiwillig komische Mischung aus musikalischer Qualität, körperlicher Gebrechlichkeit und Enthusiasmus sorgte für ein gewaltiges Medienecho. Eine vielbeachtete Kinodokumentation folgte.

„Ich will ein Kind von dir“

Mit The Zimmers hatte dann auch das Vereinigte Königreich seine eigene Rentnerband. Auf ihrem Album „Lust for Life“ hatten die zwischen 65 und 101 Jahre jungen Briten Titel wie „Firestarter“ von The Prodigy oder den von Iggy Pop stammenden Titelsong interpretiert. Dem damals 91 Jahre alten Alf Carretta lauerten 2008 bei einem Konzert in London zwei Damen mit dem Transparent „Ich will ein Kind von dir“ auf. Die Idee, ältere Menschen, die in den Medien so gut wie nie auftauchen, in den Mittelpunkt zu rücken, entzückte auch junge Zuschauer. Zumal die Texte vieler Rocksongs an Tiefgang gewannen, wenn sie statt von einem 25-Jährigen von einem an Lebenserfahrung reichen 80-Jährigen interpretiert wurden.

Mit achtköpfiger Band

Seit 2013 hat nun auch Hamburg sein Altstar-Wunder, für das sich zunächst mehr als 100 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet hatten. Jetzt wollen sie mit Stimme, Charme, Lebensfreude und der Unterstützung einer achtköpfigen Band in farbenfrohen Outfits erneut zeigen, was in ihnen steckt: im St. Pauli Theater (Spielbudenplatz) vom 28. September bis zum 5. Oktober (19.30 Uhr, Sonntag 18 Uhr). Im Dezember gibt es noch drei weitere Termine.

Von Alexander Bösch

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