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Kultur im Norden Inseln, die es gar nicht gibt
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18:10 27.02.2018
Berlin

Der schottische Autor und Singer-Songwriter Malachy Tallack hat noch zwei Dutzend weitere solcher Inseln gefunden: fantastische, versunkene Orte, teils am vermuteten Ende der Welt, um die sich Mythen und Legenden ragen, die – wie sich später herausstellte – allerdings überhaupt nicht existierten. In „Von Inseln, die keiner je fand“ erzählt er ihre Geschichten.

Das angeblich versunkene Atlantis darf darin natürlich nicht fehlen. Faszinierender aber sind die Auroras im Südatlantik, die 1762 von einem Walfänger entdeckt und später von renommierten spanischen Wissenschaftlern untersucht wurden. Ab 1856 aber hat kein Schiff sie je wieder gefunden.

Tallack beschreibt antarktische Inseln, die sich erst 1990 bei einem Helikopterflug als nicht existent herausstellten. Und die Insel Frisland im Nordatlantik, die bis ins 17. Jahrhundert in Seekarten verzeichnet war, aber wahrscheinlich nur in der Fantasie eines politisch mächtigen Italieners existierte.

Die Meere seien voll von solchen Orten, die „entdeckt“, aber später nie wieder gefunden worden seien, meint der Schotte. „Weg-entdeckt“ nennt er das in seinem Buch.

Auf die Frage, warum diese Inseln jahrhundertelang auf den Seekarten auftauchen, kann der Autor nur spekulieren. Unzulänglichkeiten bei der Navigation und optische Täuschungen könnten Erklärungen sein, meint er. Einiges sei aber auch absichtlich erfunden worden, aus Ruhmsucht zumeist. Tallack bedauert ein wenig, dass viele der imaginären Inseln inzwischen aus den Karten gestrichen wurden.

Sie sagten etwas über die Sicht der Menschen auf die damalige Welt aus.

Malachy Tallack: Von Inseln, die keiner je fand, Theiss, 144 Seiten, 28 Euro.

LN