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Kultur im Norden Jonathan Meese schenkt Kunsthalle zwei Werke zum Dank
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12:27 07.08.2019
Jonathan Meeses Geschenk an Lübeck: Seine Darth-Vader-Mumin-Figur wir künftig in der Kunsthalle Lübeck zu sehen sein. Quelle: Lübecker Museen
Lübeck

Er war überall – und überall wo er war, stapelten sich Plastik, Kitsch und Kritzeleien, die Künstler Jonathan Meese und seine Kunst ausmachen. Vom 17. Februar bis 4. August war die Ausstellung „Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)“ des Künstlers Jonathan Meese in Lübeck zu sehen.

Hier tobte sich der 49-Jährige anhand von Retrospektiven, Installationen, eigens entwickelten Arbeiten und Performances mit dem Thema Heimat aus – ein Gemeinschaftsprojekt der Kunsthalle St. Annen, des Günter Grass-Hauses, der Overbeck-Gesellschaft, von St. Petri zu Lübeck und der Kulturwerft Gollan, die allesamt Schauplätze von Teilausstellungen oder Performances des Künstlers waren.

Initiator und Kurator war der Kunsthistoriker Prof. Dr. Oliver Zybok, Direktor der Lübecker Overbeck-Gesellschaft.

Trainingsjacke, Matte, Vollbart – und alles in schwarz: So kennt man den Künstler Jonathan Meese, der sich monatelang in Lübeck als Gesamtkunstwerk austoben durfte. Quelle: Lutz Roeßler

31 000 Besucher bei Meese

Und zum Ende der Ausstellung gibt’s eine erfreuliche Bilanz – rund 31 000 Besucher kamen, um sich die skurrilen Arbeiten anzuschauen – und zwei von ihnen bleiben der Kunsthalle nun für immer erhalten. Die speziell für die Kunsthalle geschaffene Installation mit Star-Wars-Bösewicht Darth Vader und einer Mumin-Figur – ein von der skandinavischen Schriftstellerin Tove Jansson erfundenes Trollwesen – bleiben in der Stadt. Ebenso das Lübeck-Panorama, das in der Kunsthalle zu sehen ist.

„Das war für uns eine ganz tolle Überraschung“, sagt Pressesprecherin Diana Wenninger. Als der Assistent von Meese nach dem Ende der Ausstellung in der Stadt war, um die Werke wieder abzubauen und abzuhängen, überbrachte er der Kunsthalle die frohe Botschaft. „Es ist ein Dankeschön für die gute Zusammenarbeit und wir freuen uns sehr“, sagt Wenninger.

Meese in Lübeck

Die „Meese-Festspiele“ sind zu Ende, der Stadt und den Besuchern bleiben einige Arbeiten sowie unvergessene Bilder. Im Kopf und an der Wand. Lesen Sie dazu auch:

Meese in Lübeck – wo gab es was zu sehen?

Was sagt eigentlich Meeses Mutter zu dem Künstler?

Meese bei der Arbeit: Eine Bildergalerie zu den Ausstellungen.

Meese live! Die finale Show in der Kulturwerft Gollan

Weitere Artikel zu Jonathan Meese in Lübeck finden Sie auf unserer Themenseite.

Kunst, die polarisiert

Meeses Kunst polarisierte, die Reaktionen reichten von totaler Ablehnung bis zu begeisterter Zustimmung. Das schlug sich auch in den Gästebucheinträgen der Lübecker Museen nieder: Von verbalen Angriffen gegen Künstler, Inhalte der Ausstellung und Organisatoren über überschwängliches Lob für alle Beteiligten bis hin zu kreativen Nachahmungen begeisterter Besucher und Besucherinnen reicht die Bandbreite der Rückmeldungen.

Laut Dr. Antje-Britt Mählmann, Leiterin der Kunsthalle St. Annen, hätten aber auch viele vorher kritisch eingestellte Menschen einen sehr positiven Eindruck mit nach Hause genommen.

Auch in den anderen Häusern wurde die viel diskutierte Ausstellung als Geschenk empfunden, das zu bundesweitem Interesse führte. Dabei sei auch hervorzuheben, dass durch die Kooperation der einzelnen Häuser Meese die Stadt als Gesamtheit in den Vordergrund gerückt habe und Lübeck in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hätte.

Jonathan Meese ist in diesem Jahr in Lübeck gleich an fünf Orten zu erleben. Am 30. März werden die Stationen drei und vier eröffnet.

Meese war erst ein Aufbruch“

Und ob man Meese nun mochte oder nicht: „Die Stadt habe damit gezeigt, wie Gegenwartskunst funktioniert“, sagt der Leiter der Lübecker Museen Prof. Dr. Hans Wißkirchen. Und fügt hinzu: „Meese war erst ein Aufbruch.“ Da ist er sich sicher.

Von ley/taf