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Kultur im Norden Trauer um Jürgen Manthey
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16:07 13.12.2018
Jürgen Manthey (eine Aufnahme aus dem Jahr 2011). Quelle: Christine Silz
Lübeck

Jürgen Manthey ist tot. Der Literaturwissenschaftler starb am Donnerstag, 13. Dezember, in Lübeck im Alter von 86 Jahren. „Wir verlieren eine Persönlichkeit, die es so gar nicht mehr gibt“, sagte Jörg-Philipp Thomsa, der Leiter des Günter-Grass-Hauses. Mit dem Nobelpreisträger war der Verstorbene sehr eng befreundet.

Manthey, 1932 in Forst in der Lausitz geboren, hat zunächst im Feuilleton der linken Zeitschrift „konkret“ gearbeitet, bevor er Leiter der Literaturredaktion beim Hessischen Rundfunk wurde. 1970 wechselte er als Literarischer Cheflektor zum Rowohlt-Verlag und gab dort unter anderem die Reihe „das neue buch“ heraus. Seit 1976 betreute er das „poets in residence“-Programm an der Universität Essen, wo er von 1986 bis zu seiner Emeritierung Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften lehrte. In Lübeck, wo in der Nähe seit 1987 auch Günter Grass lebte, arbeitete er mit Kontakten zu vielen Autoren als freier Autor und Literaturkritiker.

Die beiden waren einander in den Sechzigerjahren begegnet, jener Zeit, als auch Ulrike Meinhof bei „konkret“ aktiv war. Manthey habe das Werk des Freundes wie kaum ein Zweiter gekannt, sagte Thomsa. Mit Grass ist er auch gen Osten gereist, nach Nidden auf der Kurischen Nehrung und nach Kaliningrad, dem früheren (und heutigen) Königsberg, über das Manthey 2005 ein hoch gelobtes Buch geschrieben hat. Zu seinen Schriften zählen auch eine Hans-Fallada-Biografie oder „Die Unsterblichkeit Achills. Vom Ursprung des Erzählens“.

Jürgen Manthey sei ihm immer ein ganz wichtiger Gesprächspartner gewesen, sagte Thomsa. Er habe seinen „einzigartigen“, manchmal ins Sarkastische gehenden Humor geschätzt. Im Werk von Günter Grass lebe er im Übrigen weiter: In den „Unkenrufen“ trage mit Professor Reschke eine der Hauptfiguren Züge des Freundes.

Peter Intelmann

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