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Kultur im Norden Junge Kunst im Schloss Eutin
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18:00 14.05.2019
Blaue Stunde mit schlafendem Torso: Objekt in der Ausstellung. Quelle: Agentur 54°
Eutin

Alle zwei Jahre wird der Muthesius-Preis an besonders begabte Absolventen der Muthesius-Kunsthochschule Kiel vergeben. Die Gewinner erhalten neben einem Preisgeld auch die Chance, ihre Arbeiten in einer Ausstellung zu präsentieren. Die Schau der Preisträger 2018 mit dem Titel „Catch me if you can“ wird am Freitag im Eutiner Schloss eröffnet.

Gespräch mit den Künstlern

„Catch me if you can“ wird am Freitag (17. Mai) um 19 Uhr im Eutiner Schloss eröffnet und läuft bis zum 30. Juni.

Am 22. Juni (14 Uhr) gibt es ein Künstlergespräch von Thomas Judisch (Künstler und freier Kurator) mit den Preisträgern Achim Kirsch und Stina Kurzhöfer (Eintritt 4/2 Euro).

Führungen: Donnerstag und Freitag (16 Uhr), Sonntag 11 Uhr. Weitere Informationen: www.schlosseutin.de

Es ist ganz schön was los im Rundturmzimmer des Schlosses. Sieben kleine Saugroboter sausen im Dienste der Kunst auf dem Boden umher. Wenn sie auf die Beine eines Besuchers treffen, ändern sie die Richtung. Das tun sie auch, wenn es zu einem Zusammenstoß mit einem anderen Roboter kommt. Aufgabe der Geräte ist es nicht, den Boden rein zu halten. Vielmehr bringen sie die Beamer in Bewegung, die auf ihnen montiert sind und die auf den Wänden eigenartige Figuren erscheinen lässt. Eine schlanke Gestalt mit Vogelkopf zum Beispiel, die mit einem Umhang ringt.

Trickfilm und Fotografie

Achim Kirsch und Stina Kurzhöfer haben für eine ähnliche Arbeit den Muthesiuspreis erhalten. Sie wurde mit anderen in der Kunsthalle Kiel ausgestellt. In Eutin präsentieren sie nun etwas Neues. Die beiden Künstler, gelernter Trickfilmzeichner der eine, Fotografin die andere, haben sich beim Tanzen gefilmt und so Bilder erhalten, die als Vorlage für Zeichnungen dienten.

„Die Hochschule braucht ein Schaufenster, um zu zeigen, was dort gemacht wird“, sagt Rainer Kraatz, Vorsitzender der Muthesius-Gesellschaft, die den Preis vergibt. Außerdem sollten besonders talentierte Absolventen gefördert werden. Der Preis wird in den Katgorien Kunst sowie Design und Raumstrategie verliehen und ist mit je 3000 Euro dotiert. Außerdem gibt es Förder- und Publikumspreise.

Einfach dabei belassen

„Catch me if you can“ sei zunächst nur als Arbeitstitel gedacht gewesen, sagt Suanne Petersen, eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Weil es so schwierig sei, für die Schau einen Oberbegriff zu finden, habe man es dann aber dabei belassen.

Wer will, kann aber durchaus Gemeinsamkeiten entdecken. So fallen spielerische und humorvolle Herangehensweisen auf. Der Kieler Jakob Grebert empfängt Besucher der Ausstellung mit einem überdimensionierten Tisch, der reich gedeckt ist. „Es ist genug für alle da“, so der Titel der Arbeit. Allerdings wird hier nicht zu einem üppigen Essen gebeten. Auf der Tafel gibt es allerlei, was das Leben schön macht wie ein Platz zum Schlafen, aber auch anderes wie einen Panzer. Dabei lässt Grebert Besucher nicht rätseln über seine Keramiken: Auf der Tischdecke gibt es Angaben zum Werk als Stickereien.

Gips am Boden

Von ihm stammt auch die Rauminstallation „Aber keiner ist zu Haus“. Wer hier wohnt, muss ein Riese sein: Auf Stahlträgern hängen übergroße Kleiderbügel, viele leer, auf einigen befinden sich transparente Plastikjacken. Nebenan hat Hanna Bohnen zwei riesengroße schwarze Rechtecke aufgestellt, die schräg an der Wand lehnen. Am Boden Gipskörper, die in Falten gelegt und wie in eleganter Bewegung erstarrt sind.

Auch wenn Susanne Petersen sagt, die Schau verlange ein waches Publikum, das bereit sei sich einzulassen: Gäste werden nicht überfordert. Die krakenähnlichen Wesen aus ausrangierten Bettlaken von Achim Kirsch verlangen ebenso wenig nach einer Sinnsuche wie die Diashow von Stina Kurzhöfer. Sie zeigt hier alte Fotos, wie sie wohl in den meisten Familien vorkommen. Ein Onkel Willy ist zu sehen. Man erfährt von ihm, dass er gern mal einen trank.

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