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Kultur im Norden Seelenschau im Beichthaus
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15:38 17.04.2019
Komposition zum Tod eines Freundes: Dmitri Schostakowitsch. Quelle: dpa
Lübeck

Es war Vorbereitung nötig für das 7. Kammerkonzert des Lübecker Theaters. Während die letzten Gäste im ausverkauften Beichthaus des Hansemuseums ihre Plätze suchten, war noch Zeit, mit dem Sitznachbarn über das kommende Programm ins Gespräch zu kommen.

Es wurden zwei rare Klaviertrios der russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch und Peter Tschaikowsky gegeben. Über 60 Jahre hinweg verwandte Stücke: Beide Komponisten hatten den Tod eines engen Freundes zu verwinden und schrieben in ihrer Trauer elegische Meisterwerke.

Zynische Anklänge

Das Trio op. 67 in e-Moll von Schostakowitsch ließ alle Widrigkeiten seiner Entstehung spüren, von der Abschiedstrauer über die Enttäuschung durch Repressionen unter Stalin bis zur Furcht in der Endphase des zweiten Weltkrieges. Blecherne Klavier-Akkorde in einer düsteren Passacaglia, gewaltige Einstürze der Tonalität und zynische Anklänge an die propagierte heile Welt im Sowjetreich.

Isabel Jiminez Montes an der Violine, Peter Kraus am Cello und Virginie Dejos am Klavier zeigten geschlossene Übereinkunft in der musikalischen Gestaltung und machten die Zuhörer zu Eingeweihten der seelischen Geheimnisse, versenkt unter der Oberfläche der Musik.

Tröstlicher Charakter

Nachdem die Musiker bereits für diese erschütternde Darbietung langen Applaus erhalten und die Sympathie des Publikums durch ihr ungezwungenes Auftreten gewonnen hatten, präsentierten sie nach der Pause ein grundsätzlich anders gestimmtes Stück. Tschaikowskys Trio op. 50 in a-Moll ist von tröstlichem Charakter.

Durch alle Schwermut hindurch blieben hoffnungsvolle Momente erhalten und bereiteten ein versöhnliches Ende vor. Jedoch – mit der letzten Kadenz vollzog sich der Absturz in die Depression. Stagnierendes Unisono von Violine und Cello und apathische Seufzer im Klavier beendeten das ergreifende Konzert.

Jakob Rieke

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