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Kultur im Norden „Ich will keinen belehren“: Klaus Hoffmann singt in Lübeck
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18:04 28.02.2019
Völlig entspannt, aber mit Haltung: Klaus Hoffmann bezieht in seinen Liedern Stellung, möchte aber keinen belehren. Quelle: Malene
Lübeck

Er ist Schauspieler und Sänger, Schriftsteller und Liedermacher: Klaus Hoffmann liebt die Bühne. In den 1960er Jahren hatte er erste Auftritte in Berliner Clubs, er studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar und hatte seinen Durchbruch mit der TV-Adaption von Ulrich Plenzdorfs „Die neuen Leiden des jungen W.“ Seit den 1980er Jahren konzentriert er sich auf seine Lieder, hat mehr als 40 Platten veröffentlicht. Im neuen Album „Aquamarin“ greift er Themen seiner Kindheit auf und singt über alles, was ihn bewegt.

Herr Hoffmann, Aquamarin gilt als Mutter aller Edelsteine. Wie kamen Sie auf diesen Titel?

Entweder träum’ ich so einen Titel oder er ist einfach da. In diesem Fall war er da. Aquamarin ist für mich ein Bild für ein Kind, das einen Glücksstein findet, der es begleitet. Ich hab dann später rausgefunden, dass der Aquamarin auch der Glücksstein der Seeleute ist, das passt alles irgendwie gut zusammen.

Haben Sie sich beim Schreiben der Songs an Ihre Kindheit erinnert?

Das bleibt nicht aus. Der Chansonnier Jacques Brel, den ich ja immer im Gepäck habe, hat gesagt, dieses Kind in ihm sage ihm immer was und er müsse das jetzt machen. Das fand ich sehr bedenklich.

Was sagt Ihnen Ihr inneres Kind?

Ich merke, dass die Erfahrungen, die ich gemacht habe, mit Eltern, Geld, Hunger, Berlin, dass die in einem bleiben.

Sie hatten als Kind Hunger?

Ja, ich hatte oft Hunger, und diese Erfahrung bleibt ein Leben lang.

Essen Sie deshalb jetzt immer alles auf?

Ich bemühe mich, es nicht zu tun.

Aus Gewichtsgründen.

Genau. Aber das Gefühl, zu wenig zu haben, bleibt. Es bleiben viele Dinge in meinem Regiebuch. Familie, Trennungen, Freunde, Ostern, Weihnachten. Auch Farben.

Was für Farben?

Ich habe eine Osterfarbe, die ich immer liebte. Helles Grün. Ich hatte das schon als Junge. Da ging bei mir das Herz auf.

Haben Sie auch eine Assoziation zu dem Blassblau des Aquamarin?

Das ist ja eine sehr männliche Farbe, mittlerweile habe ich gemerkt, dass es meine Lieblingsfarbe ist. Wenn ich jetzt meine Texte ansehe, schimmert die Farbe überall durch.

Am Sonntag in der MuK

Aquamarin“ist der dritte Teil einer Trilogie. Nach „Sehnsucht“ und „Leise Zeichen“, wie die letzten beiden Alben hießen, schließt Klaus Hoffmann den Kreis zwischen den Anfängen, der Zeit des Aufbruchs und der Entwicklung zum Chansonnier und Entertainer. Die klassischen Einflüsse, die schon zu Beginn in „Was fang ich an in dieser Stadt“ seine Musik prägten, vereinen sich hier mit Elementen aus Rock und Blues. Sein langjähriger Musiker-Freund Hawo Bleich begleitet ihn am Flügel und Keyboard. Am Sonntag,3. März, beginnt das Konzert in der MuK um 19 Uhr. Karten gibt es für 21,30 bis 42,20 Euro hier

Vor zwei Jahren hatten Sie in Ihrem Programm auch politische Lieder, etwa zum Thema Flüchtlinge. Beziehen Sie jetzt wieder Stellung?

Vordergründig politisch bin ich nicht, ich will keinen belehren. Aber einen Standpunkt habe ich natürlich, und der kommt in meinen Liedern zum Ausdruck. Ich singe jetzt zum Beispiel wieder ein altes Lied, „Stein auf Stein“, das hatte ich nach der deutschen Vereinigung geschrieben. Das hat heute wieder eine ganz starke Bedeutung. Es geht darin um Fragen wie: Warum wird so viel polarisiert? Warum wird das Laute viel stärker wahrgenommen als die leisen Zeichen?

Sie waren als Schauspieler erfolgreich, standen an der Volksbühne und am Thalia Theater auf der Bühne. Reizt es Sie, wieder mal zu spielen?

Ich habe ja als Sänger weiter meine Rolle, ist stehe auf der Bühne, ich mache Theaterarbeit. Aber ich würde auch sehr gerne wieder drehen.

Werden Ihnen Rollen angeboten?

Ja, ich hatte gerade wieder Gespräche. Aber wenn es dann konkret wird, muss man Farbe bekennen, und dann passt es oft mit den Terminen nicht. Jemand hat mir gesagt, dass die Rollen auf einen zukommen, und das ist wohl auch so. Mal sehen.

 

 

Petra Haase

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