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Kultur im Norden Knaller und Klassik op Platt
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11:17 23.09.2019
In der vergangenen Spielzeit fand die plattdeutsche Komödie „Een Hart ut Schokolaad“ der Niederdeutschen Bühne viel Anklang. Quelle: Foto: Agentur 54°
Lübeck

Zum Auftakt steht eine spritzige niederdeutsche Musikrevue auf dem Programm, die Philip Lüsebrink inszeniert. Das Allroundtalent – der gebürtige Bremer ist Musiker, Sänger, Regisseur und Choreograph – lässt in einer für die Niederdeutsche Bühne Lübeck maßgeschneiderten Fassung die 1950er Jahre in der Bundesrepublik wieder lebendig werden: „Wi sünd wedder wer – vun Petticoat un Weertschopswunner“ lautet der Titel der großen Bühnenshow, in der gesungen und getanzt wird. Die Schlager und Choreographien sind eingebettet in kleine Alltagsszenen und Nachrichten, vorgetragen von „Moderatoren“ aus dem Darsteller-Ensemble auf Niederdeutsch. Die Premiere ist am 8. Oktober in den Kammerspielen des Theaters Lübeck.

„Doktor Faust“ im Dezember

Auf den Knaller folgt im Dezember ein Klassiker: „Dat Speel von Doktor Faust“, ein „Nedderdütsches Speel“ nach Johann Wolfgang von Goethe. Regisseur Karsten Bartels legt in seiner Inszenierung den Akzent auf „Speel“ und orientiert sich an der ursprünglichen Idee des Studenten Goethes, der sich den Faust als Jahrmarkts- und Volkstheaterspektakel vorgestellt hatte: komödiantisch und deftig.

Kirsten Mehrgardt ist die neue Leiterin

Für die kommenden zwei Jahren wurde Kirsten Mehrgardt zur neuen Bühnenleiterin der Niederdeutschen Bühne Lübeck gewählt. Die 66-jährige ist in Angeln bei Flensburg geboren und aufgewachsen, spricht „platt von der Leber weg“.

1983 zog sie in die Hansestadt an der Trave und spielt seit gut drei Jahrzehnten bei der Niederdeutschen Bühne Lübeck. Sie schlüpfte in der Zeit in zahlreiche Rollen. Besonders lebhaft erinnert sie sich an ihren ersten Auftritt in „Rut ut de Puschen“ unter der Regie von Otto Sawicki. In „Een haart ut Schokolaad oder ‚Heinrich sein sötes Leven’ “ verkörperte sie in der vergangenen Spielzeit auf der Bühne „mit viel Spaß“ sechs verschiedene Frauentypen.

Die Sonderschullehrerin, die jetzt nach 44 Dienstjahren in Pension gegangen ist, will auch als Leiterin der Bühne weiterhin spielen und sich für die Pflege des Niederdeutschen Theaters einsetzen, das 2014 in das bundesweite Verzeichnis der Unesco als „immaterielles Kulturerbe“ aufgenommen worden ist.

„Fru Müller mutt weg“ heißt es im nächsten Jahr

Von der Klassik wird der Zuschauer im neuen Jahr 2020 ins Hier und Jetzt katapultiert: „Fru Müller mutt weg“ hatte großen Erfolg im Kino und als Fernsehfilm als „Frau Müller muss weg“ mit Anke Engelke in der Hauptrolle. Der Film basiert auf dem Bühnenstück von Lütz Hübner, dessen hochdeutsche Fassung von Markus Weise ins Niederdeutsche übertragen wurde. Ein Elternabend eskaliert, und die Mütter und Väter, die sich für ihre Sprösslinge ins Zeug legen, beharken sich gegenseitig. Diese ungewollte Selbstentblößung wird von Cornelia Koch inszeniert. 2003 gründete sie mit Rodolphe Bonnin das tribüHne Kinder- und Jugendtheater in Lübeck. Sie arbeitet im theaterpädagogischen Bereich. „Fru Müller mutt weg“ ist ihre erste Regiearbeit für die Niederdeutsche Bühne, die im Februar 2020 Premiere feiert.

Heiterer Abschluss der Saison

Mit einem Boulevardstück, das dem beliebten Strickmuster „Irrungen und Wirrungen“ folgt, endet die Spielzeit. „Loop doch nich jümmer weg“ ist Unterhaltung pur mit hoher Gagdichte. Die groteske Verwechslungskomödie aus den 1970er Jahren wurde aus dem Englischen ins Hochdeutsche und dann von Hans-Jürgen Ott ins Niederdeutsche übersetzt. Dorothea, eine ehemalige Schauspielerin, wird die Gattin des Geistlichen Bornemann und mischt den Pastorenhaushalt auf dem Lande kräftig auf.

Kartenfür alle Stücke über www.niederdeutsche-buehne.de

Von Dorothea Kurz-Kohnert

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