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Kultur im Norden Warum Gregor Meyle in Lübeck Ohrstöpsel verteilt
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10:32 28.11.2019
Bitte gut hinhören! Gregor Meyle auf einem Foto von Brian Adams – beide Künstler setzen sich für gutes Hören ein. Quelle: Brian Adams
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Lübeck

Nein, niemand muss einen Höllenlärm fürchten, wenn Gregor Meyle mit seiner Band am Sonntag, 8. Dezember, auf der Bühne der MuK steht. Der Liedermacher gilt eher als Songpoet und ist für seine leisen Töne bekannt, auch in seinen Texten. Dennoch verteilt er kostenlos Ohrstöpsel vor dem Konzert. Und das hat mit seinem Engagement für die Stiftung „Hear the World“ eines Hörgeräteherstellers zu tun, die Menschen mit Hörverlust in armen Ländern hilft.

„Ich bezweifle, dass Keith Richards noch gut hört“

Warum? „Die Stiftung ist auf mich zugekommen, weil das Gehör für mich als Musiker eine besonders wichtige Rolle spielt und ich viele Menschen erreichen kann.“ Denn auch viele Musiker hätten einen Hörschaden. „Auf der Bühne haben sich in den letzten Jahren die Verhältnisse Gott sei Dank deutlich verbessert. Wir tragen inzwischen alle Kopfhörer. Früher standen da einfach Lautsprecher und die Musiker haben’s voll auf die Ohren bekommen. Ich bezweifle, dass ein Keith Richards noch wirklich gut hört.“

Am 8. Dezember in Lübeck

Einen Produzentenbraucht Gregor Meyle nicht. Der Sänger und Songwriter gründete sein eigenes Label Meylemusic, um von Plattenfirmen unabhängig zu sein. Dort ist 2018 auch sein sechstes Album „Hätt auch anders kommen können“ mit elf Tracks erschienen (Audio-CD 12,99 €, Vinyl 19,99 €, MP3 13,99 €).

Am Sonntag, 8. Dezember, gastiert Gragor Meyle mit seiner Band in der MuK. Kartengibt es in allen LN-Geschäftsstellen und im LN-Ticketshop

Vom Roadie ins Rampenlicht

Der 41-Jährige war übrigens selbst einmal für Bühnentechnik zuständig, bevor er ins Rampenlicht trat: Im Tourbus fuhr Meyle für verschiedene Bands als Tontechniker mit – Stefan Raabs Talent-Casting in der Show „TV-Total“ machte ihn 2007 schlagartig bekannt. Einen Popularitätsschub brachte dann 2014 die Vox-Show „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“. Seine Lieder wie „Das nennt man Glück“ oder „Die Leichtigkeit des Seins“ verhandeln die kleinen Glücksformeln des Lebens, so auch das aktuelle Album „Hätt’ auch anders kommen können“. Der Titel drücke für ihn Dankbarkeit für sein Leben aus. „Mir ist sehr bewusst, dass es vielen Menschen viel, viel schlechter geht als mir.“

Familienfoto von Brian Adams

Deshalb sei er auch „Botschafter für gutes Hören“ geworden – und das hat ihm sogar die Bekanntschaft mit dem Popstar Brian Adams gebracht. Der ist auch ein respektabler Fotograf und hat Gregor Meyle für die Stiftung in der Hör-Pose abgelichtet. Und weil die beiden Sänger sich so gut verstanden haben, sind gleich noch das Coverbild von Meyles neuem Album und ein paar Familienbilder nebenbei entstanden. Hört sich gut an.

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