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Kultur im Norden Kunst aus Kabelbindern im Schloss Eutin
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14:01 25.09.2019
XXL-Glühbirne im gelben Salon: Kit Kjaerbye hat sie aus Hunderten bunten Kabelbindern zusammengebastelt.
Eutin

Auf dem Boden liegen eine LN und der Ostholsteiner Anzeiger. Daneben Schlüsselanhänger der Sparkasse Holstein, an der Wand hängen übergroße afrikanische Geldscheine, kombiniert mit deutschem Notgeld von 1920, auf dem der Eutiner Rosengarten zu sehen ist. Einen ganzen Raum hat Georges Adéagbo im Eutiner Schloss zum Thema Geld in Bezug zur Region gestaltet. Besonderes Augenmerk legt der aus Westafrika stammende Installationskünstler auf die Asymmetrien der Finanzmärkte zwischen Afrika und dem Westen.

Zigarren aus der Sparkasse

Er ist der wohl prominenteste Künstler, der sich in diesem Jahr an dem Projekt KunstBetriebe beteiligt. Das heißt: Künstler gehen in Betriebe in Schleswig-Holstein und Dänemark, lassen sich dort von Materialien und Themen inspirieren. Adéagbos Partner war die Sparkasse Holstein. Er bat die Mitarbeiter um besondere Erinnerungsstücke, die er in seine Installation integriert hat. Eine Zigarre ist darunter, beigesteuert von Sparkassenmitarbeiterin Frederike Rostek. „Zigarren wurden früher mit Kunden nach einem wichtigen Geschäftsabschluss genossen, ja zelebriert“, sagt Rostek, die seit 1992 bei der Sparkasse arbeitet. Beim Sammeln der Objekte seien viele schöne Geschichten wieder zum Vorschein gekommen.

Elf Künstler haben sich von Betrieben im Norden zu Kunstwerken inspirieren lassen. Wir stellen einige vor:

Abfall wird zur Kunst recycelt

Diese Verbindung von Wirtschaft und Kunst zu schaffen, bei der ein Austausch entsteht und beide Seiten inspiriert werden, war das Ziel der Lübecker Künstlerin Bettina Thierig, als sie das Projekt vor acht Jahren ins Leben rief. Seitdem ist es durch viele Partner weiter gewachsen. Elf Künstler haben sich in diesem Jahr beteiligt, und ihre Arbeiten sind sowohl überraschend wie originell und bilden einen hübschen Kontrast zu den barocken Räumen. „Jeder Künstler hat einen eigenen Raum, der mit dem Werk korrespondiert“, sagt Kuratorin Susanne Petersen. So findet sich das helle Grün auf dem Industrieabfall, den Janine Gerber beim Recyclingunternehmen Gollan gefunden und zur Installation „Verkörperung einer Stadt“ verarbeitet hat, an den Wänden wieder. Der dänische Bildhauer Thomas Kadziola hat im Lübecker Betrieb HSP ein großes Stück Kirschholz gefunden, aus dem er eine Büste des Jakob schnitzte – ein fast meditativer Fixpunkt in der üppig und prunkvoll gestalteten Schlosskapelle.

XXL-Glühbirne aus Kabelbindern

Einen extremen Kontrast zum barocken Europa-Zimmer bildet der 2,50 Meter große Kubus aus Holzfaserdämmplatten von Thomas Rentmeister. Im gelben Zimmer wirkt die übergroße LED-Glühbirne aus hunderten Kabelbindern wie Pop-Art – die Künstlerin Kit Kjaerbye war zu Gast bei den Lübecker Stadtwerken, und ihre XXL-Birne sorgte für reichlich Gesprächsstoff bei den Mitarbeitern. Ein wie geflochten wirkender golden leuchtender Teppich aus Tausenden Patronenhülsen von Thomas Judisch zeigt die Ambivalenz zwischen Zerstörung und Schönheit. Und wie aus einem Hochdruckreiniger und Holzbalken, aus Haferflocken, Stahlplatten und selbst aus dem Thema Fehmarnbelt-Tunnel Kunst entsteht, zeigen auf beeindruckende Weise Almut Linde, Pia Stadtbäumer, Sebastian Schröder und Andreas Pfeiffer. Viele Gründe, das Schloss Eutin noch mal in ganz neuem Kontext zu besichtigen.

Info: Am Freitag, 27. September, wird die Ausstellung um 18 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 17. November dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Ab 29. November wird sie in der Kunsthalle St. Annen gezeigt.

Von Petra Haase

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