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Kultur im Norden Kunstwelt soll nach Lübeck blicken
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18:10 23.02.2018
Drei Macher (v.l.): Oliver Zybok (Direktor Overbeck-Gesellschaft), Hans Wißkirchen (Direktor Kulturstiftung Lübeck), Max Schön (Vorsitzender Possehl-Stiftung).
Drei Macher (v.l.): Oliver Zybok (Direktor Overbeck-Gesellschaft), Hans Wißkirchen (Direktor Kulturstiftung Lübeck), Max Schön (Vorsitzender Possehl-Stiftung). Quelle: Foto: Lutz Roessler
L�beck

Seit vielen Jahren unterstützt die Stiftung mit dem Possehl-Musikpreis und dem Possehl-Ingenieurpreis herausragende Talente. Die beiden neuen Kunstpreise folgen dem Prinzip „urbi et orbi“. Der Kunstpreis für Lübecker Künstler ist ortsbezogen, der Internationale Kunstpreis soll den Blick der Kunstwelt auf Lübeck lenken.

Zwei hochkarätig besetzte Gremien

„Mit dem Preis beschreiten wir neues Terrain.Max Schön,

Vorsitzender der

Possehl-Stiftung

Der Internationale Preis wird an national und international renommierte Künstler für ihr Lebenswerk oder eine herausragende Arbeit vergeben – mit neuem Akzent. Ausgezeichnet werden sollen Künstlerinnen und Künstler aus Sparten, die die zeitgenössische Kunst in den vergangenen 20 Jahren geprägt haben: Skulptur, Installation, Neue Medien, Performance, Formen des künstlerischen Aktionismus’. „Intermediale Bezüge vielfältiger künstlerischer Ausdrucksformen im Gesamtwerk werden verstärkt bei einer Preisvergabe berücksichtigt“, heißt es.

Der Preis richtet sich also nicht an Maler oder Fotografen, jedenfalls dann nicht, wenn sie reine Maler beziehungsweise reine Fotografen sind. „Mit dem Preis beschreiten wir neues Terrain“, sagt Max Schön, Vorsitzender der Possehl-Stiftung. Man will sich abheben von anderen Kunstpreisen, die es in großer Zahl gibt.

Das Gute und Schöne, also auch die Kunst, zu fördern ist Aufgabe der Possehl-Stiftung. Der Gegenwartskunst in Lübeck gab sie einen festen Platz, als sie der Stadt 2003 die Kunsthalle St. Annen zum Geschenk machte. Ein Juwel, das die Stadt schmückt, aber nicht alle Defizite beseitigt hat. Was die Präsenz von Gegenwartskunst in Lübeck angehe, gebe es „Luft nach oben“, wie Hans Wißkirchen, Direktor der Kulturstiftung und oberster Chef der Lübecker Museen, die Lage beschreibt.

Der Internationale Kunstpreis soll in einem sogenannten Nominierungsverfahren vergeben werden. Ein Gremium, das aus sechs renommierten Mitgliedern besteht, macht Vorschläge.

„Der Preis wird für Aufsehen sorgen“, prophezeit Oliver Zybok, Direktor und künstlerischer Leiter der Overbeck-Gesellschaft. Auch die Bevölkerung hat etwas davon.

Denn mit dem Preis ist eine Ausstellung in der Lübecker Kunsthalle verknüpft.

Die Entscheidung über den Internationalen Preis trifft eine Jury, die auch über den Kunstpreis für Lübecker Künstler bestimmt (siehe Text links). Anders als bei den anderen Auszeichnungen der Stiftung – der Possehl-Musikpreis wird gemeinsam mit der Musikhochschule an Studierende, der Ingenieurpreis für herausragende Arbeiten an der Fachhochschule vergeben – gibt es bei den Kunstpreisen in Lübeck keine Kunsthochschule als mögliche Kooperationspartnerin. Dafür aber eine rührige Kunstszene, die Unterstützung verdiene, wie Max Schön betont.

Dafür ist der mit 8000 Euro dotierte Possehl-Preis für Lübecker Künstler bestimmt. 3000 Euro davon sollen zwei Monate lang helfen, die Lebenshaltungskosten zu decken, 5000 Euro sind für Werks- beziehungsweise Projektkosten vorgesehen.

Der Internationale Kunstpreis soll alle drei Jahre vergeben werden, der Possehl-Kunstpreis für Lübecker Künstler in den dazwischen liegenden Jahren, erstmals Mitte Mai dieses Jahres. Bewerbungen sind bis zum 26. März möglich.

Näheres: http://www.possehl-stiftung.de/stiftung/preise/kunstpreis.html

Vorschlagsgremium für den Internationalen Kunstpreis: Achim Borchardt-Blume (Direktor Tate Modern, London), Adam Budak (Chefkurator für Gegenwartskunst, Nationalgalerie Prag), Fanni Fetzer (Direktorin Kunstmuseum Luzern), Karola Kraus (Generaldirektorin Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien), Roland Nachtigäller (Direktor Marta, Herford), Renate Wiehager (Leiterin Daimler Art Collection, Haus Huth, Berlin).

Die Jury: Stephan Berg (Intendant Kunstmuseum Bonn), Hannah Firth (Künstlerische Leiterin Chapter, Cardiff), Anette Hüsch (Direktorin Kunsthalle Kiel), Direktor(in) Kunsthalle Lübeck (vakant), Oliver Zybok (Direktor Overbeck-Gesellschaft, Lübeck), ohne Stimmrecht: Hans Wißkirchen (Direktor Kulturstiftung Lübeck), Max Schön (1. Vorsitzender Possehl-Stiftung).

Von Liliane Jolitz