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Kultur im Norden LN-Kulturpreis für das Rider’s Café
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10:27 28.04.2019
Kai-Uwe Meyer (m.) freut sich über den LN-Kulturpreis, den er in seinem Rider’s Café vom LN-Chefredakteur Gerald Goetsch (l.) und Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Frank Schumacher erhielt. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

„Das ist eine ganz tolle Anerkennung!“ Kai-Uwe Meyer freut sich, dass die LN-Leser für seinen Club abgestimmt haben und er den LN-Kulturpreis 2019 gewonnen hat. „Seit 1985 betreibe ich den Club selbstständig, ohne Verein im Hintergrund. Er ist mein Leben.“ Frank Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lübeck, freut sich, den Preis an eine „lebende Legende“ übergeben zu können. Er selbst war zwar vorher noch nie im Rider’s, dafür hat seine Tochter schon einige Events im Club besucht.

Preis ist mit 3000 Euro dotiert

„Wir haben einen verdienten Sieger“, würdigt LN-Chefredakteur den Gewinner. Nach so vielen Jahren und großem persönlichen Einsatz gebe er den mit 3000 Euro dotierten Preis gern an Kai-Uwe Meyer. „Sie haben so viele Jahre durchgehalten, und das mit hohem persönlichen Einsatz.“ Auch die anderen beiden Kandidaten, die Musikkneipe Tonfink und der Jazzklub CVJM, hätten viele Fans gehabt, aber die jahrzehntelange kontinuierliche Arbeit für die Musik im Rider’s hätte sich bei der Abstimmung dann doch ausgezahlt.

1800 Menschen haben abgestimmt beim LN-Kulturpreis

Insgesamt haben mehr 1800 Menschen abgestimmt, etwa die Hälfte für den Rider’s Club. Den hat Kai-Uwe Meyer 1985 eher improvisiert als eröffnet. Er war 25 damals, hatte einen Motorradladen im Gewerbegebiet und alles schien easy. An den Wochenenden rollte er die Motorräder raus, ließ Bands auftreten und rollte die Motorräder Sonntagabend wieder rein. Dann konnte er die benachbarte Gummifabrik mieten, es wurde an- und umgebaut, bis der Club entstand, in dem sich etwa 350 Leute einen guten Abend machen können. Gute Abende, die gab es mit jetzigen Stars wie Joja Wendt, Abi Wallenstein, auch Nils Landgren mit seiner roten Posaune. Aber es gab auch Abende, an denen 350 Plätze verdammt viel sein können, Meyer musste Insolvenz anmelden.

„Schlagergott“ Christian Steiffen kommt im Herbst nach Lübeck

„Aber das hier ist meine Leidenschaft“, und so kamen auch wieder bessere Tage. Firmen buchen den Club für Feiern, auch für Hochzeiten ist er eine angesagte Location. Künstler, die im Rider’s klein angefangen haben, kehren zurück, wenn sie sich einen Namen gemacht haben. „Schlagergott“ Christian Steiffen ist so einer. Zuerst hat er von 150 Leuten im Rider’s gesungen, später dann vor 300, und im Herbst hat Meyer die MuK gemietet und veranstaltet dort ein Steiffen-Konzert.

Live-Musik sei gefragt, sagt Meyer, doch im Sommer würden die Leute zu Festivals gehen, da hätten Clubs wie seiner keine Chance. „Drei Monate ohne Einnahmen.“ Nicht nur deswegen freut er sich über das Preisgeld. Im vergangenen Jahr habe er 25 000 Euro in eine neue Lichtanlage investiert, die es abzuzahlen gelte. Und dann sind da noch die Gema-Gebühren.

Mehr Zusammenarbeit Lübecker Kulturschaffender erwünscht

Auch den anderen Nominierten zollt er Anerkennung: dem CVJM, der in Lübeck als Ort für Modern Jazz seit 20 Jahren nicht wegzudenken ist, und der Musikkneipe Tonfink, die Carolin Peter und Rene Kragl vor sechseinhalb Jahren ins Leben gerufen haben. „Ich habe schon einige Künstler von ihnen übernommen, die Zusammenarbeit funktioniert“, sagt Meyer. Aber er wünscht sich ein engeres Netzwerk, eine bessere Kooperation aller Lübecker Kulturschaffenden, wie sie bereits einmal angeregt wurde. „Wir sind keine Konkurrenten, sondern können uns gegenseitig helfen. Das kann nur ein Gewinn für alle sein. “

Dank der beiden anderen Nominierten

Auch die anderen Nominierten sehen sich nicht als Konkurrenz. „Ich freue mich riesig für Kai-Uwe“, sagt Joachim Lipfert vom CVJM. Auf die Nominierung für den Kulturpreis habe es ein tolles Feedback von den Besuchern gegeben. Carolin Peter vom Tonfink freut sich ebenfalls über die Aufmerksamkeit, die die Nominierung dem Tonfink gebracht habe. „Wir sind überhaupt nicht traurig, dass wir nicht gewonnen haben, sondern freuen uns, dass wir dabei sein durften. Das war eine tolle Sache.“

Petra Haase

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