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Kultur im Norden Der Kuss des Luftgeists
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17:41 23.09.2019
Didar Sarsembayev als James (r., mit Christopher Carduck als Madge). Quelle: Olaf Struck
Lübeck

Eine Szene wie aus dem Märchen: In einem pittoresken schottischen Bauernhaus sitzt der junge Bräutigam James am Kamin. Er schläft. Dem Träumenden erscheint eine Sylphide, ein Luftgeist, zart und feminin. Von ihrem leichten Kuss erwacht er, und schon ist es um ihn geschehen. Von nun an verschmelzen die beiden Welten miteinander. James wird von der Sylphide in den Wald gelockt, vergisst seine Braut Effy und verliert sie bald an den Nebenbuhler Gurn. Die Fäden zieht die hexenhafte Wahrsagerin Madge. Das Ende ist – man ahnt es – tragisch.

Weitere Termine

„La Sylphide“ wurde 1832 uraufgeführt – in einer Choreografie des Italieners Filippo Taglioni. Vier Jahre später kam das Ballett nach der Musik von Herman Løvenskiold in einer Version von August Bournonville auf die Bühne. Sie bildet auch die Grundlage für das Stück, das in Kiel 2017 Premiere feierteDie nächsten Termineim Theater Lübeck sind der 6. und 19. Oktober sowie der 29. November. Es folgen weitere bis ins kommende Jahr.

Unverfälschte Romantik in Choreografie, Bühnenbild und Kostüm wünschen sich viele der Lübecker Ballettliebhaber und haben sie im Gastspiel des Kieler Ballett-Ensembles in Reinform bekommen. Einstudiert hat das Ballett der Däne Peter Bo Bendixen. Er ist Ballettdirektor am Tivoli Balletttheater in Kopenhagen und erarbeitete vor zwei Jahren mit dem Kieler Ensemble die klassische Choreografie von August Bournonville aus dem Jahr 1836. Der elegante und gleichzeitig vor Temperament sprühende Stil trägt bis heute.

In der Hexenküche

Das Kieler Ensemble glänzte in allen Bereichen. Das Bühnenbild (Ausstattung Heiko Mönnich) war im ersten Akt konkret, aber nicht überladen. Das Bauernhaus erinnerte an eine Puppenstube aus Kinderzeiten. Der zweite Akt spielte erst in der Hexenküche und später im Wald. Grandios war die Hexenküche: ein riesiger Kessel, in dem der tödliche Brautschleier mit dampfender Flüssigkeit überzogen wurde. Der Wald ließ dann viel Raum für Assoziationen, war angedeutet.

Die Kostüme waren ebenfalls hervorragend: Die Sylphide und ihre Schwestern tanzten in weißen, leichten, wadenlangen Tutus mit enger Korsage, an der wiederum zarte Flügelchen befestigt waren, und trugen einen Blütenkranz im Haar: Dieser Part der Kostüme war historisch und prägt unsere Vorstellung vom Spitzentanz bis heute. Gegen dieses liebliche Bild setzte Heiko Mönnich folkloristische Kostüme: schottische Kilts, dazu Westen und Bonnets, also barrettähnliche Kappen, die die Tänzer keck aufgesetzt hatten. Seine Hexe war grün, mit spinnenlangen Fingern und ärmlicher, bodenlanger Kleidung.

Großartig negativ

Die Leistung des Ballett-Ensembles war lupenrein. Die beiden Solisten der tragenden Rollen – des James (Didar Sarsembayev) und der Sylphide (Emma Francesca Lucibello) – harmonierten in den Pas de deux miteinander und zeigten in den Soli eine reife Leitung: Er in sauberen und athletischen Sprüngen, sie in einem technisch beeindruckenden Spitzentanz. Effy (Hannah Sofo) und Gurn (Jean Marc Cordero) waren ebenfalls überzeugend: Sie tanzten die Zurückgewiesenen, die sich dann zu einem gemeinsamen Glück finden und das tragische Ende des anderen Paares etwas mildern. Großartig als negative Figur war die Hexe Madge (Christopher Carduck): Schlangenartig in der Bewegung, übertrieben und symbolhaft in den Gesten und immer in der Rolle der hinkenden Alten wurde diese Rolle zu einem Höhepunkt der Aufführung. Ebenfalls gelungen agierte Caroline Kritzinger in der Partie der besorgten Mutter.

Exakte Rhythmik

Die Lübecker Philharmoniker spielten unter der versierten Leitung von Jan-Michael Krüger, der es den Tänzern durch exakte Rhythmik ermöglichte, entspannt zu agieren. Das Orchester schuf die romantische Grundlage (Musik von Herman Lovenskiold) und stand der Leistung der anderen in nichts nach. Viel Applaus, zahlreiche Blumensträuße und große Begeisterung gab es für das gelungene Gastspiel.

Von Cornelia Schoof

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