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Kultur im Norden 7. Sinfoniekonzert in der MuK
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17:47 15.04.2019
Mitten in die Seele Dvoráks: Arabella Steinbacher (hier bei einem Konzert in der MuK 2017). Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Leoš Janáčeks „Sinfonietta“ erklingt allein schon wegen der großen Besetzung nur selten im Konzertsaal. Aber die jungen Bläserinnen und Bläser der Musikhochschule, die das Philharmonische Orchester entsprechend verstärkt hatten, meisterten ihren Part entsprechend meisterlich, besonders im 1. Satz, der allein den Blechbläsern und der Pauke vorbehalten ist und der ursprünglich eine komponierte Fanfare für einen Sportverein war.

Dass man sich bei der Wahl der Instrumente statt der geforderten Tenortuben für (hier eigentlich falsche) Wagnertuben entschied, trübte den Gesamteindruck nur wenig. Janáček wollte mit seiner „Sinfonietta“ unter anderem seine Liebe zur Heimat zeigen, und so finden sich in dem Werk immer wieder Anklänge an tschechische Tanzmelodien und mährische Folklore, die das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Andreas Wolf hervorragend herausarbeitete. Ein gelungener Bogen zu den zwei Werken Antonín Dvoráks, die im ersten Teil des mit „Tschechische Meister“ betitelten Konzerts erklangen: der Konzertouvertüre „Karneval“ und seinem Violinkonzert.

Rauschendes Thema

Eigentlich als Teil eines Zyklus‘ von drei Konzertouvertüren (neben „In der Natur“ und „Otello“) konzipiert, war Dvoráks „Karneval“ vor allem dafür gedacht, das Leben zu verkörpern. Und so sprang das hervorragend aufgelegte Philharmonische Orchester mitten hinein in das rauschende erste Thema und ließ sich von den Tanzrhythmen und Fanfaren dieses Werkes herrlich mitreißen, ohne dabei in den lyrischen Parts die Balance zu verlieren.

Hauptwerk des Konzerts aber war dann doch Dvoráks Violinkonzert. Nicht weil es zu den großen Werken dieser Gattung gehört, sondern weil mit Arabella Steinbacher eine Solistin zu hören war, die hierfür den richtigen Ton fand.

Warmer Ton

Dvorák schuf kein klassisches Violinkonzert, bei dem sich der Solist an einer überschaubaren Zahl von Melodien virtuos abarbeiten darf, sondern vielmehr ein tschechisches Charakterbild, das eben auch eine besondere „Wärme des Tons“ verlangt, die der böhmisch-tschechischen Musik so eigen ist. Arabella Steinbacher jedenfalls gelang dies von der ersten Note an, und sie führte mit einer Vielfalt von Klangfarben das Publikum mitten in das Herz des Konzerts und die Seele Dvoráks. Zu Recht erhielt sie dafür am Ende spontane Bravo-Rufe, für die sie sich mit einem Solo von Bach bedankte.

Ulrich Witt

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