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Kultur im Norden Lübeck: Autor plant Mord am Kollegen
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Lübeck: Autor plant Mord am Kollegen
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12:19 11.10.2019
Michael Knoll in „Die Todesfalle“ als Schriftsteller mit mörderischen Ambitionen. Quelle: Foto: HFr
Lübeck

Es ist der wohl intelligenteste Thriller überhaupt, sagt Regisseur Michael Knoll von dem Stück „Todesfalle“ des Amerikaners Ira Marvin Levin. Michael Knoll, Chef von PST Entertainment, führt Regie und spielt eine Hauptrolle in „Todesfalle“. Bei der Premiere am Donnerstag im Theater Geisler gab es spannende Unterhaltung und manche Überraschung.

Autor mit Schreibblockade

Der Plot ist leicht zu durchschauen. Man sieht ja den Mord, weiß, wer der Mörder ist. Glaubt man jedenfalls. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Zum Inhalt des Zweiakters aus dem Jahre 1978 verrät das Programmheft, dass ein früher sehr erfolgreicher Autor, Sidney Bruhl, seit Jahren keinen guten Einfall hatte. Er leidet unter einer Schreibblockade. Eine Weile lebt er vom Geld seiner Frau Myra. Aber das ist aufgebraucht. Da hilft ein Zufall.

Junger Kollege soll umgebracht werden

Ein Teilnehmer des vom Autor gehaltenen Seminars schickt Sidney sein erstes Stück, und der Meister wird beim Lesen blass. Der Erstling mit dem Titel „Todesfalle“ könnte ein Superhit werden. So kommt Sidney auf die Idee, den jungen Kollegen zu beseitigen und das Stück unter seinem Namen herauszubringen.

Viele Winkelzüge bis zur Enttarnung

So geplant, so geschieht es. Das traute Heim im Wald ist die Falle, die zuschnappt. Bleibt nur der Ärger mit der Leiche. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung. Es kann nichts passieren, versichert Sidney seiner Frau immer wieder. Natürlich passiert genug und immer wieder Neues. Mehr zu verraten, wäre unfair. Vielleicht stimmt es sogar, was Michael Knoll bei der Verabschiedung des Publikums andeutete, dass man dieses Stück zweimal sehen müsse, um alle Winkelzüge zu durchschauen.

Knoll als Regisseur weiß, wie man Spannung aufbaut. Zwischenmusiken, Blitz und Donner werden einbezogen. Knoll spielt den Erfolgsschriftsteller souverän, locker, siegesgewiss. Kerstin Poetting, seine Frau Myra, ist ein Nervenbündel, wenn sie an die Konsequenzen denkt. Als skurrile Figur wird eine Hellseherin eingeführt. Ute Weigand trifft den ungarischen Tonfall, den die Rolle verlangt. Lennart Mesenbring ist das junge Schreibtalent, unverstellt, natürlich, vertrauensselig. Der dritte Mann, Lars Küther, ist nicht etwa von der Polizei, sondern Sidneys Anwalt, der sich auch schon mal als Schriftsteller versuchte. Das ist das Personal. Wer überlebt, zeigt erst die allerletzte Szene.

Herzlicher Applaus dankte den Mitwirkenden, Kostümbildnerin Stephanie Arden und Technikchef Martin Göpfert eingeschlossen.

Weitere Aufführungenim Theater Geisler sind am 12. und 13. Oktober jeweils 16 Uhr, am 17., 18., 19. Oktober um 19.30 Uhr und am 20. Oktober um 18 Uhr.

Von Konrad Dittrich

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