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Kultur im Norden Fotos fürs Kopfkino im Kunstraum K 70
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17:16 15.05.2019
Fotograf Bernd Rüdiger Ehlert mit Rolf Brockmann (r.), der am 14. Juni begleitende Texte zu ausgewählten Fotos vorliest. Quelle: Kurz-Kohnert
Lübeck

Beim Fotografieren sollte man den Kopf, das Auge und das Herz auf dieselbe Visierlinie bringen. Diesem Kernsatz des französischen Meisterfotografen Henri Cartier-Bresson folgt Bernd Rüdiger Ehlert. Der 70-Jährige nimmt den Betrachter seiner Bilder mit auf Reisen und Streifzüge nach Italien, nach Frankfurt, führt ihn direkt vor die Haustür nach Lübeck oder macht mit ihm einen Abstecher zum Hamburger Dom.

Bernd Rüdiger Ehlert hat Momente eingefangen, die ästhetisch über das Dokumentarische hinausgehen: Denn seine Bilder setzen gezielt das Kopfkino in Gang. Wovon träumt der Besitzer in seiner Wurfbude, bestückt mit kunterbuntem Spielzeug und Krimskrams zur „freien Auswahl“? Wo stand bloß der Fotograf, als er Lübeck so fotografiert hat, dass man im Vordergrund einen Campingwagen und am Bildhintergrund die Spitze des Jakobikirchturms sieht?

„Die Bilder sollen zum Dialog einladen“

Die Titel der Fotos in Farbe und Schwarzweiß auf Alubond im Format 80 x 60 und 75 x 50 liefern lediglich Anstöße - wie etwa „Standpunkt“, „In Erwartung“ oder „Glückliches Fallen.“. Welche Geschichte das jeweilige Motiv erzählt, ist letztendlich von den Assoziationen abhängig, die es beim Betrachter weckt. So entstehen individuelle Kurzgeschichten. Dieses narrative Element ist für Bernd Rüdiger Ehlert entscheidend. „Die Bilder sollen zum Dialog einladen“, sagt der mehrfach ausgezeichnete Fotograf.

Der gebürtige Bremer mit einem Faible für die „Streetfotografie“ lebt seit knapp 40 Jahren in Lübeck lebt, hat ein sozialwissenschaftliches Studium absolviert und war im Bildungsbereich tätig. „Vielleicht kommt daher mein Faible für die ‚Streetfotografie’“, mutmaßt er. Fotografiert habe er schon immer, sagt Ehlert, aber seit der Ära der Digitalfotografie sei er „leidenschaftlich unterwegs“. Allerdings reduziert er den möglichen Einsatz technischer Mittel auf ein Mindestmaß – „bloß keine Übertechnisierung!“

Perspektiven, die überraschen

Seine Fotos fesseln, weil sie mit hellwachem Blick intime Momente einfangen, die berühren,weil er Perspektiven wählt, die überraschen, und er sich voller Empathie und Respekt Menschen nähert. „Selbst wenn ich Personen im öffentlichen Raum fotografiere, verwende ich das Bild niemals ohne ihre Zustimmung“, sagt er.

Im Rahmen der Ausstellung gibt es am 14. Juni eine szenische Lesung mit Rolf Brockmann, bei der er von seinem Cousin Kai Brockmann auf der Mundharmonika begleitet wird. Brockmann hat zu einigen Fotos literarische Texte ausgewählt.

Vernissage im Kunstraum 70, Engelgrube 70 in Lübeck am Freitag, 24. Mai, 18 Uhr.

Dorothea Kurz-Kohnert

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