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Kultur im Norden Höhepunkte beim Brahms-Festival
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17:43 10.05.2019
Der Komponist Robert Schumann (1810-1856). Quelle: dpa
Lübeck

Robert Schumanns Zyklus „Kreisleriana“ ist eines der technisch anspruchsvollsten Repertoirestücke der Klavierliteratur. Manfred Aust spielte die acht Teile des Zyklus zum Auftakt des „Phantasmen“ betitelten Konzerts am Mittwoch (8. Mai) beim Brahms-Festival an der Musikhochschule.

Der Titel „Kreisleriana“ bezieht sich auf eine von E.T.A. Hoffmann erfundene literarische Figur, den überspannten, hypochondrischen und der Welt abgeneigten Kapellmeister Johannes Kreisler. Robert Schumann hat in seinen acht Miniaturen Charakterstudien geschaffen, die stark kontrastieren. Davon aber war in Manfred Austs Interpretation nur wenig zu hören. Er ging auch die mit langsam gekennzeichneten Sätze mit vergleichsweise hohem Tempo an, in den schnellen waren die harmonischen und melodischen Zusammenhänge oftmals kaum zu erkennen.

Wirklich fantastisch wurde es dann in André Caplets Vertonung von Edgar Allan Poes Erzählung „Die Maske des roten Todes“ für Harfe und Streicher. Ein wunderbar gebautes, effektreiches Stück, das die düstere, bedrückende Atmosphäre der Erzählung herausragend gut wiedergibt. Herausragend war dann auch die Interpretation von Gesine Dreyer (Harfe), Lena Eckels (Viola), Ulf Tischbirek (Cello) und der beiden Geigerinnen Amelie Gehweiler und Ada Maria Schwengebecher´. Sie überzeugten durch präzises Zusammenspiel und wunderbar differenzierte Abstufungen in Dynamik und Ausdruck. Der Beifall war groß für diesen Höhepunkt im Brahms-Festival.

Nach der Pause zelebrierten Elisabeth Weber (Violine), Ulf Tischbirek (Cello) und Konrad Elser (Klavier) Robert Schumanns spätes Klaviertrio Nr. 3 g-Moll. Von der Depressivität und der nachlassenden Schaffenskraft, die Schumanns Düsseldorfer Werken oft nachgesagt wird, ist in dieser Komposition aus dem Jahr 1851 nichts anzumerken. Die drei Musiker sorgten durch ihr inniges Zusammenspiel für einen warmen und transparenten Klang, der die Eleganz und den emotionalen Gehalt des Werkes zur Geltung kommen ließ. Noch ein Höhepunkt des Festivals.

Jürgen Feldhoff

Furios virtuos spielte seinerzeit der Violin-Hexenmeister Niccolò Paganini. An seinen diabolischen Furor knüpfte am Mittwochabend, 8. Mai, das Kammermusikprogramm des Brahms-Festivals unter dem Titel „Fan(t)a(s)tisch – Diabolus in musica“ an. Es wurde ein exquisiter Abend.

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