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Kultur im Norden Lübeck: Musik für die Vielfalt
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17:30 08.04.2019
Die Sopranistin Cornelia Ptassek war Solistin neben Gerard Quinn und Zurab Zurabishvili. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Mit dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 wurde in Deutschland die Gewaltenteilung aufgehoben und der Reichskanzler Adolf Hitler erhielt diktatorische Macht. Damit war die Weimarer Republik beendet und mit ihr Freizügigkeit, Liberalismus und kulturelle Vielfalt. Stattdessen hielten Intoleranz, Gesetzlosigkeit, Willkür und Barbarei Einzug in das „Volk der Dichter und Denker“.

Daran erinnerte Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein in ihrer bedenkenswerten Moderation des Galakonzerts „Terra di Pace – Vielfalt gemeinsam (er-) leben“ am Sonntagabend im Lübecker Theater. „Kunst schafft Raum zur Veränderung der Welt“ lautet das Motto eines Manifestes „Erklärung der Vielen“ vieler Kulturschaffender in Schleswig-Holstein, das auch vom Theater unterzeichnet worden war und sich gegen Rechtspopulismus und Nationalismus wendet, dessen Gespenst in ganz Europa seit längerem (wieder) umgeht.

In diesem Zusammenhang lieferte das Theater seinen Beitrag mit einem Galakonzert für Offenheit, Freiheit und Solidarität mit allen Schwächeren unserer Gesellschaft. Unter der engagierten Stabführung des kommissarischen Generalmusikdirektors Andreas Wolff lieferte das Philharmonische Orchester mit erstaunlicher Flexibilität und Präsenz eine respektable Leistung: Auf dem Programm standen im ersten Teil Ausschnitte aus Opern Verdis, Puccinis und Richard Strauss’, die allesamt Außenseitern und im weitesten Sinne Opfern eines Systems gewidmet sind. Rigoletto, Otello, Manon Lescaut, Arabella und Chrysothemis in „Elektra“ heißen hier die (Anti-)Helden und Heldinnen.

Mit klarer Diktion und Stimmschönheit sowie strahlender Durchschlagskraft bewältigten Cornelia Ptassek (Sopran), Zurab Zurabishvili (Tenor) und Gerard Quinn (Bariton) ihre Gesangspartien. Sie überzeugten ebenso im zweiten Teil mit Ausschnitten aus Musicals von Bernstein, Gershwin und Musik der Verfemten Kurt Weill, Alexander von Zemlinsky und Erich Wolfgang Korngold.

Am Freitag, 26. April, wird das Konzert wiederholt (19.30 Uhr).

Dieter Kroll

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