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Kultur im Norden Freddy Mercury trifft Beethoven
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16:43 25.03.2019
Natalia Posnova hat die Klassiker der Rockband Queen neu arrangiert. im Großem Haus Theater. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

„Trinity of Queen“ im Theater Lübeck: Das war ein großartiges Konzerterlebnis, das am Sonnabend alle musikalischen Grenzen sprengte und das Publikum begeisterte. „Ich wusste immer, dass ,Queen‘ gute Musik ist - aber erst jetzt weiß ich, wie phantastisch sie ist.“ Diese Worte von Peter Freestone, Freddy Mercurys langjähriger persönlicher Assistent und Freund, trafen es auf den Punkt. Das anspruchsvolle Crossover-Projekt der russischen Pianistin Natalia Posnova, des Schlagzeugers Tim Hahn und des Gitarristen Tom Götze ermöglicht einen völlig neuen Zugang zu den bis heute viel gehörten Rockhymnen.

Das aber hat man so noch nie gehört: „We will rock you“ geht über in den berühmten „Tanz der Ritter“ aus Sergei Prokofjews „Romeo und Julia“. „The show must go on“ verbindet sich mit Beethovens „Mondscheinsonate“. „We are the champions“ wird zu einer melancholischen Jazzballade, und „Bohemian Rhapsody“ spielt die Pianistin in Moll statt in Dur. Die zarte Virtuosin, ein Kraftpaket am Flügel, hat die Songs - überwiegend aus der Feder von Brian May und Freddy Mercury - ganz neu arrangiert und mit Elementen aus der Klassik und dem Jazz gemixt. Dies nicht nur mit Erlaubnis, sondern zur großen Freude von Brian May: „Diese Verbindung aus Schönheit, Talent, Innovation und reiner Bravour ist erstaunlich“, sagt der frühere „Queen“-Gitarrist über Natalia Posnova.

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„Trinity of Queen“ schaffte es im leider nur mäßig besuchten Großen Haus, die Kompositionen der legendären Rockband als wahrhaft zeitlose Klassiker zu präsentieren – sozusagen auf Augenhöhe mit den größten klassischen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Mit jedem Stück erlebten die Zuhörer wieder neue Überraschungen und unerwartete musikalische Wendungen. Das war erfrischend neu und anders und dabei äußerst unterhaltsam. Berührend war dies in Verbindung mit den kurzen Erzählungen von Peter Freestone. Der 64-Jährige, der Freddy Mercurys letzte zwölf Lebensjahre hautnah miterlebt hat, machte den privaten Menschen Mercury und seine tiefe Verbundenheit mit diesem sichtbar. Ein warmherziger, empfindsamer Mensch und von der Statur eines leicht tapsigen Bären stand da auf der Bühne. „Ich wusste, es war ein Job“, sagte er über seine Tätigkeit als Assistent im Hause Mercury. „Aber es war zugleich so viel mehr.“ Jedes seiner Worte, bei aller Wehmut von feinem britischen Humor geprägt, schien aus tiefstem Herzen zu kommen.

Die Zuschauer forderten zwei Zugaben ein. Sie werden sich noch lange an diesen bemerkenswerten Abend erinnern, an dem sicherlich auch Freddy seine Freude gehabt hätte.

Und hier das Original beim Live Aid Konzert 1985

Oda Rose-Oertel

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