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Kultur im Norden Lübecker Kunsttankstelle feiert Sommerfest
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07:00 20.07.2019
Die 1936 erbaute Tankstelle wird zu einem neuen Kunstzentrum in Lübeck – das wird am Sonntag morgen gefeiert. Quelle: Foto: Lutz Roeßler
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Lübeck

Für die nächsten Jahrzehnte ist der „etwas andere Kunststandort in Lübeck“ gesichert. Der Verein Defacto Art ist Eigentümer der Gebäude an der Wallstraße 3-5 im Herzen der Altstadt. Dort, wo unweit des Holstentors 1936 ein Tankstellengebäude errichtet worden ist, betreibt der Verein seit vier Jahren mit Erfolg die Kunsttankstelle. Die Phase der „Anhandgebung“ ist jetzt vorbei – die Stadt hat Ende Mai das Gebäudeensemble auf dem Erbpachtgrundstück zwischen Holstentor und Trave an Defacto Art verkauft. Das wird am Sonntag mit einem ganztägigen Sommerfest gefeiert. Los geht es um 11 Uhr.

„Die Perle an der Schnur ist jetzt echt“

Peter Fischer, Vorsitzender des Vereins Defacto Art, kommt über das Zustandekommen des Vertrags regelrecht ins Schwärmen: „Die Perle an der Perlenschnur ist jetzt echt – jetzt kann sie sich entwickeln.“ Die konkreten Pläne: Bis Ende 2020 sollen die holstentorseitigen Garagen so saniert werden, dass sie an Künstler als Ateliers vermietet werden können. Gut ein Dutzend Ateliers werden entstehen. Diese können auch von Künstlern, die nicht zum Verein gehören, gemietet werden.

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Aus Garagen entsteht eine Kunstwerkstatt

„Zurzeit sind wir schon dabei, aus fünf alten Garagen eine Kunstwerkstatt zu machen.“ Gedacht ist der Raum für Schmiede- und Tischlerarbeiten. Vorrangig seien bauliche Maßnahmen wie die Elektrifizierung des gesamten Areals und die Erweiterung der sanitären Anlagen, erläutert Fischer. Geplant ist auch die Einrichtung eines Verkaufs- und Ausstellungsraums auf der Seite des Hostentors. Beim Sommerfest werden Peter Fischer, Detlef Radenbach, Vorsitzender des Fördervereins Kunsttankstelle, und die Architektin Vera Detlefsen Besucher über das Gelände führen und die baulichen Veränderungen im Detail erläutern. Reizvoll ist beispielsweise der Entwurf, dass ein öffentlicher Weg entlang des Traveufers an der Kunsttankstelle vorbeiführt. „Spaziergänger können von der Obertrave über die Fußgängerbrücke an der Kunsttankstelle vorbei bis zum Holstentor schlendern“, beschreibt Peter Fischer den geplanten Weg.

Ausstellungen, Lesungen, Performances

Inhaltlich hält der Vereins an seinem bewährten Konzept fest: In der ehemaligen Werkstatthalle finden Ausstellungen statt, bei denen Malerei, Fotos und Skulpturen gezeigt werden. Ebenso gehören Lesungen, Konzerte und Performances zum vielseitigen Angebot. Peter Fischer betont: „Die Kunsttankstelle ist ein Ort für künstlerische und kulturelle Begegnungen und – so das Besondere – er bietet auch ein Forum für Menschen, die keine akademische Ausbildung haben, sondern sich hobbymäßig künstlerisch betätigen.“

Bürgermeister Jan Lindenau als „Geburtshelfer“

Stolz ist der Vorsitzende auf die Vernetzung des Vereins mit anderen kulturellen Einrichtungen und Institutionen der Stadt: gute Beziehungen pflegt Defacto Art zur benachbarten Musikhochschule, zu anderen Kunstvereinen und darüber hinaus zu handwerklichen Betrieben, die das Projekt als Sponsoren unterstützen. Nicht zuletzt soll Bürgermeister Jan Lindenau am Sonntag als „Geburtshelfer“ der Kunsttankstelle geehrt werden. Der jetzige Verwaltungschef hatte das Areal ins Gespräch gebracht, als der Verein 2015 sein Domizil am Balauerfohr aufgeben musste und auf der Suche nach einem neuen Standort war.

Das Programm des Sommerfests der Kunsttankstelle finden Sie unter http://www.defacto-art.de/

Dorothea Kurz-Kohnert

19.07.2019
19.07.2019