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Kultur im Norden Lübecks neuer Operndirektor heißt Stefan Vladar
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17:38 20.12.2019
Stefan Vladar wird, befristet für zwei Jahre, kommissarischer Operndirektor des Theater Lübeck und hält als Generalmusikdirektor nun eine zentrale Doppelfunktion am Haus. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Der personelle Umbruch am Theater Lübeck nimmt eine weitere Stufe: Generalmusikdirektor Stefan Vladar übernimmt ab der kommenden Spielzeit auch das Amt des Operndirektors. Katharina Kost-Tolmein, die seit Herbst 2013 Chefin des Opernbetriebs an der Beckergrube ist, wird das Theater am Ende der laufenden Spielzeit verlassen. Ihr war zuletzt der ökonomische Druck auf das Leitungsgremium zu hoch. Auch beklagte sie, dass die Planungssicherheit nicht mehr gewährleistet sei.

Zentrale Doppelfunktion am Theater

Damit, dass der Österreicher Vladar, geboren 1965 in Wien, sowohl das Konzertprogramm des Philharmonischen Orchesters und auch das Programm des Musiktheaters bestimmen wird, knüpft das Theater an eine Ämterverbindung an, die zuletzt Roman Brogli-Sacher anvertraut war. Der Schweizer Dirigent war von 2001 bis 2012 Operndirektor und Generalmusikdirektor. Bei Vladar kommt zum neuen Titel allerdings ein Adjektiv hinzu: Er werde als Opernchef kommissarisch eingesetzt, befristet auf zwei Jahre, hat der Aufsichtsrat der Theater Lübeck gGmbH entschieden.

Das sagt Stefan Vladar zur neuen Aufgabe

Vladar gab sich gestern zurückhaltend, was seine neue Funktion betrifft. Dass er Chef auf Abruf sei, dämpfe seinen Enthusiasmus nicht, sagte er den LN. Sein wichtigstes Ziel sei es, „das Musiktheater auf dem Niveau der vergangenen Jahre zu halten“. Und, was für das Innenleben des Theaters unabdingbar sei: „Ich hoffe, dass wir Ruhe in das Haus bringen.“ Der Weggang des Geschäftsführenden Intendanten Christian Schwandt bedeute eine Zäsur, die nur mit großem Engagement der verbleibenden Chefs zu bewältigen sei. Das Theater stehe auch dank Schwandts Intervention bei der Politik wieder auf sicheren Beinen, doch der Auftrag sei nun, mit den bereitgestellten Mitteln möglichst sparsam umzugehen und „ein reges Publikumsinteresse zu generieren“.

Breit gefächertes Musiktheaterprogramm

Seine Vorgängerin Kost-Tolmein hat versucht, das Haus mit Experimentierfreude voll zu bekommen. Sie mutete dem Publikum manch provokanten Brocken zu wie in dieser Spielzeit die Inszenierung der Darius-Milhaud-Oper „Christophe Colomb“ durch Milo Pablo Momm.

Operndirektorin Dr. Katharina Kost-Tolmein legt ihr Amt am Theater Lübeck zum 31/07/20 nieder. Quelle: Marlene Meyer-Dunker

Vladar beteuert, er wolle ein „breit gefächerten Musiktheaterprogramm“ bieten, in dem neben dem „Kanon des beliebten und bekannten klassisch-romantischen Repertoires“ auch Musical und Operette ihren Platz haben. Diese Basis sei nötig, um sich auch Experimente leisten zu können. Zu seinem Amtsantritt als Generalmusikdirektor hatte Vladar den LN verraten, er würde gerne die Oper „Cardillac“ von Paul Hindemith dirigieren, eine Krimigeschichte nach E. T. A. Hoffmann. Darauf angesprochen, ob „Cardillac“ nun Einzug in den nächsten Spielplan halten werde, sagt Vladar: „Das kann ich erst in ein paar Wochen entscheiden.“ Um dann nachzulegen: „Es ist auf jeden Fall eines der Stücke, die ich in meine Planung aufnehme.“

Vladar: „Eine neue, reizvolle Aufgabe!“

Seine Verpflichtungen außerhalb Lübecks wolle er einschränken, nur noch selten bei anderen Orchester dirigieren und auch seine solistische Tätigkeit als Pianist ruhen lassen. Vernachlässigt er da nicht ein bedeutendes Talent? „Wissen Sie, ich bin 54 Jahre alt“, sagt er, „da ist Talent eine merkwürdige Kategorie.“ Er habe in den vergangenen Jahrzehnten als Pianist „so ziemlich alles gemacht, was man da machen kann“. Das Dirigieren sei ihm inzwischen genauso wichtig, nun komme eine neue Aufgabe als Operndirektor hinzu, die ihn besonders reize. Seine Professur für Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien werde er aber beibehalten.

Und noch eine Personalie am Theater

Peter Petreit, der Aufsichtsratsvorsitzende des Theaters, gab gestern nebenbei noch eine weitere Personalie bekannt, die für Kontinuität an der Beckergrube stehen dürfte: Bernd Reiner Krieger, bisher Chefdisponent und rechte Hand des Geschäftsführenden Theaterdirektors Schwandt, erhält den Titel Künstlerischer Betriebsdirektor des Musiktheaters und wird für gesicherte Abläufe im Opernbetrieb sorgen.

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