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Kultur im Norden Meckel und ein neues Forum für die Erinnerungskultur
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16:37 24.01.2019
Markus Meckel Quelle: Europäisches Hansemuseum
Lübeck

Wenn der letzte DDR-Außenminister Markus Meckel am 30. Januar im Beichthaus des Hansemuseums einen Vortrag hält, tritt erstmals auch ein neues Bündnis öffentlich in Erscheinung. Das „Forum Erinnerungskultur Lübeck“ ist ein Zusammenschluss von Initiativen und Einrichtungen aus den Bereichen Zeitgeschichte, Gedenken und Bildungspolitik, die meist schon seit Jahren an dem Thema arbeiten.

Es sei einfach an der Zeit gewesen, sich stärker zu vernetzen, sagte Karen Meyer-Rebentisch, neben der Willy-Brandt-Haus-Leiterin Bettina Greiner eine der Sprecherinnen des Zusammenschlusses. Man sei noch im Aufbau. Ziel aber sei die Schaffung von Strukturen, um den Themen dauerhaft mehr Gewicht in Lübeck einzuräumen. Und das gelinge letztlich nur mit Unterstützung der Stadt.

Es gehe um die totalitären Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, in Lübeck also vorrangig um den Nationalsozialismus. Tatsächlich aber sei das Spektrum weiter gefasst. Das zeige auch der Vortrag Markus Meckels über „Europäische Erinnerungskulturen zwischen dem 27. Januar und dem 23. August“: Das erste Datum ist in Deutschland dem zentralen Gedenken der NS-Opfer gewidmet, das zweite dem europäischen Gedenken an die Opfer der totalitären Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts.

Lübeck hinke in der Erinnerungsarbeit hinterher, sagte die Kulturhistorikerin. Während etwa Kiel hier eine hauptamtliche Kraft beschäftige, gebe es in Lübeck noch einiges zu tun. Neben privaten Initiativen habe sich vor allem die Kirche in dem Bereich engagiert. Die Stadt habe das Thema seit der Schließung des Burgklosters sehr aus den Augen verloren, auch wenn etwa die Aktion „Zeit des Erinnerns“ jeweils im November oder jetzt der Meckel-Abend vom städtischen Kulturbüro unterstützt werde. Es gebe also eine Bereitschaft, die müsse aber noch deutlich weiter gehen. Sie sei jedoch optimistisch, dass Bürgermeister Jan Lindenau dem aufgeschlossen gegenüberstehe.

Aktuell sind an dem Forum Personen wie Wolfgang Muth (ehemals Leiter des Industriemuseums Geschichtswerkstatt Herrenwyk), Ingaburg Klatt (frühere Leiterin des Kulturforums Burgkloster) und der Historiker Christian Rathmer beteiligt. Aber auch die Gedenkstätten Lutherkirche und Lübecker Märtyrer, ebenso Schulen oder die Initiative Stolpersteine. Unterstützt wird das Bündnis von der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte und der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten. Weitere Interessenten sind willkommen und können sich unter info@gedenkstaette-lutherkirche.de melden.

Der Vortrag Markus Meckels findet am 30. Januar im Hansemuseum (Beichthaus, 18 Uhr) statt. Der Eintritt ist frei. Der Sozialdemokrat hat als Außenminister der ersten frei gewählten DDR-Regierung und war beteiligt an den Zwei-plus-Vier-Gesprächen. Als Bundestagsabgeordneter zählte u.a. die Aufarbeitung der SED-Diktatur zu seinen Schwerpunkten. Von 2013 bis 2016 war er Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

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