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Kultur im Norden Mary Bauermeister kommt nach Lübeck
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20:00 19.09.2019
Die Künstlerin Mary Bauermeister war von 1967 bis 1973 mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen verheiratet. Quelle: Raimond Spekking
Lübeck

Die „Ikone des Fluxus“ kommt nach Lübeck. Die große alte Dame der Avantgarde liest aus ihrem Buch „Ich hänge im Triolengitter“. Es soll aber keine reine Lesung werden, sondern dem Fluxus-Gedanken entsprechend, dass Kunst fließend sein soll, auch Musik geben und Raum zu freier Rede. Die inzwischen 85-jährige Künstlerin und Kunstkennerin wirft einen Blick in die Hinterzimmer der Kunstszene und auf ihre Ehe mit Karlheinz Stockhausen; der Kieler Kontrabassist Heiko Maschmann spielt Neue Musik, die thematisch passt – Werke von John Cage oder Ben Patterson und von Karlheinz Stockhausen. Ein Fluxus-Werk von Ben Patterson werden Mary Bauermeister und Heiko Maschmann gemeinsam aufführen: Duo for Voice and String Instrument von 1961.

Mary Bauermeister ist eine temperamentvolle Frau, die gerne das Ruder in die Hand nimmt“, erzählt der Kontrabassist (52), der neben seinem musikalischen Part die Moderation übernehmen und auch dem Publikum Fragen ermöglichen wird.

Was war Fluxus?

Der Begriff ist in den frühen 1960er Jahren entstanden und prägt bis heute eine Kunstrichtung, bei der es weniger auf das Kunstwerk ankommt als vielmehr auf die schöpferische Idee. Neu war, dass sich die Avantgardisten des Fluxus von der als elitär empfundenen Hochkunst distanzierten. Sie suchten vielmehr nach einem fließenden Übergang zwischen Kunst und Leben bzw. im Idealfall die Einheit zwischen Kunst und Leben. Teil der Bewegung waren Künstler wie George Maciunas, John Cage, Ben Patterson oder Joseph Beuys. Mary Bauermeister ließ die Prä-Fluxus-Künstler in ihrem Atelier nahe Köln auftreten – Künstler, die ihr Partner und späterer Ehemann Karlheinz Stockhausen wenig schätzte.

Der Abend in der Essigfabrik (nicht in den Kammerspielen, wie ursprünglich geplant), läutet die neue Saison der Reihe „Klangrauschen“ ein, die inzwischen in einer anderen Liga spielt. Es sind nicht mehr nur die Geheimtipp-Künstler, die auftreten und vor einem kleinen Kreis Eingeweihter spielen, sondern es ist nun auch den Stars der Szene eine Ehre, innerhalb der Reihe auftreten zu können.

Ninon Gloger ist die künstlerische Leiterin der musikalischen Reihe. Sie ist stolz darauf, dass „Klangrauschen“ eine „anderes Format bekommen hat“: „In der Spielzeit 2019/2020 gibt es insgesamt 15 Konzerte, einige in Lübeck, viele in Kiel, wo wir eine Kooperation mit dem Opernhaus schließen konnten, sodass die Mitglieder des Philharmonischen Orchesters mit im Boot sind“, erzählt die 38-Jährige, die selber Pianistin und aktive Künstlerin der Reihe ist. Neben der Kooperation mit dem Kieler Opernhaus gibt es eine weitere mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel und der Lübecker Musikhochschule. „Weitere Spielorte testen wir gerade“, berichtet Ninon Gloger.

Der Abend „Geschichten aus dem Triolengitter“ beginnt am Sonntag, 22. September, um 18:30 Uhr in der Lübecker Essigfabrik (nicht in den Kammerspielen, wie ursprünglich geplant), Kanalstraße 26-28. Karten für 18 €, ermäßigt 8 € gibt es an der Abendkasse oder unter 0179-6871145.

Von Cornelia Schoof

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