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Kultur im Norden Maskenbildner am Theater Lübeck gesucht
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17:07 31.05.2019
„Man muss das Theater lieben“: Simon Wiese leitet die Maskenbildnerei am Theater Lübeck. Hier gibt es zwei freie Stellen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Waschen, schneiden, legen, – die Perücken für den Männerchor werden heute Mittag vorbereitet. „La Traviata“ hat nächste Woche Premiere, da ist nicht mehr viel Zeit. Neun Maskenbildnerinnen und Abteilungsleiter Simon Wiese sind heute Vormittag damit beschäftigt, bis ein Anruf kommt: ein Kollege ist krank. Alarm in der Maske, denn wenn bei der Vorstellung auch nur einer fehlt, wird es eng hinter den Kulissen. Wiese telefoniert herum und findet schließlich Ersatz.

Ausfälle sind nicht vorgesehen

Etwa 120 technische Mitarbeiter arbeiten am Lübecker Theater, dazu zählen Bühnentechniker, Tontechniker, Beleuchter, Maschinisten, Tischler, Schlosser, Maler, Gewandmeister, Requisiteure, Maskenbilder. „Klingt viel, ist aber absolute Schmerzgrenze – für das angebotene Programm des Lübecker Theaters“, betont die Technische Direktorin Luise Weidner. Es ist ihre erste Spielzeit in Lübeck, sie hat bereits an Bühnen in Mannheim, Stuttgart, Hamburg gearbeitet, „aber so knapp wie in Lübeck war die Personaldecke nirgends“. Ausfälle seien da nicht vorgesehen, und wenn freie Stellen nicht besetzt werden können, beginnt das Drama hinter den Kulissen.

An Feiertagen und Wochenenden wird gearbeitet

Derzeit werden am Lübecker Theater zwei Maskenbilder gesucht, Bewerbungen sind rar. Das liege zum einen an den besonderen Arbeitszeiten, sagt Simon Wiese, Leiter der Abteilung Maske. Vormittags werden Perücken und Masken gefertigt oder getragene Perücken gewaschen und für die nächste Vorstellung schick gemacht, abends die Schauspieler geschminkt, nach der Vorstellung abgeschminkt. Das auch an den Wochenenden, an Feiertagen. „Das soziale Leben ist nicht mit dem normaler Berufsalltag vergleichbar, man kann abends eher selten mit der Familie zusammensein, sich in keinem Verein engagieren“, sagt der 40-Jährige. „Man muss für diesen Beruf das Theater lieben.“ So wie Wiese und seine Kolleginnen, die zum Teil seit Jahrzehnten hier arbeiten. Simon Wiese hat eine dreijährige Friseurlehre absolviert, dann eine Ausbildung zum Maskenbilder mit einem Diplom abgeschlossen und sich bewusst dafür entschieden, Theaterluft zu schnuppern. Er hat an Bühnen im In- und Ausland gearbeitet. Als ich mich dann vor drei Jahren nach einem neuen Job umgeschaut habe, konnte ich mir das Theater nahezu aussuchen.“ Lübeck sei ihm wegen des „tollen Teams“ empfohlen worden, „und das hat sich auch bestätigt.“ Die Maskenbildnerei sei für ihn „ein großer Spielplatz“, da zähle er auch keine Stunden. Die Theaterpause im Sommer sei ihm dann aber auch heilig.

Gagen sind Verhandlungssache

Außer den familienunfreundlichen Arbeitszeiten könnte auch die Bezahlung manch einen abschrecken. Maskenbilder gelten als künstlerische Berufe, die Gagen sind frei verhandelbar. Laut dem Deutschen Bühnenverein wurde die Mindestgage für Künstler im April 2018 auf 2000 Euro erhöht. „Wir merken, dass das vielen Bewerbern nicht mehr ausreicht”. Und das gelte nicht nur für die Maske. Gesucht würden auch Mitarbeiter in der mittleren Leitungsebene hinter der Bühne. „Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Es ist ja immer ein Spagat zwischen den kreativen Ideen, die die Regisseure und Schauspieler haben, und dem technisch Machbaren sowie letztlich auch den Sicherheitsvorschriften.“

Zwei Meister werden gesucht

Gesucht werden derzeit am Theater Lübeck Meister für den Bereich Bühne und Beleuchtung. Neben der fachlichen Qualifikation seien Entscheidungsfreude und selbstständiges Arbeiten gefragt, sagt Luise Weidner. Und ein Herz fürs Theater. Da müssten alle Hand in Hand arbeiten. Oder wie Simon Wiese es ausdrückt: „Am Abend geht der Lappen hoch, und wir arbeiten dafür, dass die Besucher Spaß haben.“

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