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Kultur im Norden Musikalische Weltreise mit ClariNoir in Lübeck
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15:20 14.12.2019
Ivo und Ilja Ruf und Nikolai Gast (v.l.) zogen musikalisch von Wien bis Los Angeles, von New York bis Odessa. Quelle: Foto: Agentur 54°
Lübeck

Es sei schön, wieder einmal zuhause zu spielen, sagte Ivo Ruf. Die jungen Musiker vom Trio ClariNoir studieren nämlich inzwischen an verschiedenen Orten. Im Kolosseum hatte sich ein großer Fan- und Freundeskreis eingefunden. „Mozart on the Road“ war der Abend überschrieben.

Mozart lugte zwischen den Noten hervor

Geboten wurde kein klassisches Programm im strengen Sinn. Mozart, der mit wenigen Tönen wunderschöne Melodien zaubern konnte, lugte bei manchen Stücken nur zwischen den Noten hervor. Der Titel bezog sich vor allem auf eine musikalische Weltreise, die Ivo und Ilja Ruf gemeinsam mit Nikolai Gast unternahmen. Von Wien ging es nach Süd- und Nordamerika, Asien, die Ukraine und wieder zurück.

Nikolai Gast an der Klarinette. Quelle: 54° / Felix Koenig54°

Nachtzug durch Brooklyn

Mozarts Originalmelodien waren zwei seiner Divertimenti entnommen. Mit Astor Piazolla und Anselmo Aleta wurde Argentinien angesteuert. In einer New Yorker Bar wandelten die Musiker ein Mozart-Menuett in Jazzklänge um. Swingende Klarinetten hörte man in dieser Bar auch, bevor vor der Pause ein Nachtzug durch Brooklyn donnerte. Der Zug war eine von mehreren Kompositionen aus der Feder von Ilja Ruf. Der Achtzehnjährige ist nicht nur Multiinstrumentalist, sondern auch begabter Komponist, zudem souverän im Spiel am Flügel.

Romantik pur aus Taiwan

In der Abteilung Klassik wurde ein Stopp bei Robert Schumann gemacht. Danach eine Verbeugung vor Dieter Mack, dem Lübecker Kompositionslehrer, dessen „Trio Infernale“ einst für „Jugend musiziert“ geschrieben wurde. Aus Taiwan hatte Vater Bernd Ruf ein Stück mitgebracht, laut Ansage ein kitschiges Liebeslied. Das Trio präsentierte es als schwelgerische Melodie zum Träumen; Romantik pur.

Multiinstrumentalist Ilja Ruf wechselte zwischen Klarinette und Klavier. Quelle: 54°

Auch ein Weihnachtslied fehlte nicht

Bei einer Hochzeit in Odessa schaute zwischen Klezmer-Klängen immer mal wieder Mozart hervor. Ilja Ruf am Flügel und mit Gesangsmikrofon bezog auch die Jahreszeit mit ein. Sein Weihnachtslied erzählte „This means Christmas to me“.

Ivo Ruf war mit seiner Klarinette on the Road. Quelle: Agentur 54°

Sehr viel Spaß

Das Trio ist bestens aufeinander eingespielt, ohne irgendwo in Routine zu verfallen. Egal in welcher Besetzung – drei Klarinetten, mit Bassklarinette oder Klavier – es macht einfach Freude, den jungen Musikern zuzuhören. Natürlich ging es nicht ohne Zugaben, fetzig oder ganz am Schluss verträumt mit einem Adagio Mozarts. „Wir hatten sehr viel Spaß heute“, sagte Ivo Ruf am Schluss. Man hörte das Publikum förmlich antworten: „Wir auch!“

Den Spaß kann man auch zu Hause haben oder verschenken – „Mozart on the road“ gibt es als CD – die erste Produktion des Trios.

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