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Kultur im Norden Russische Seele in Lübeck
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17:15 24.09.2018
Michael Nesterowicz dirigierte das NDR-Elbphilharmonie Orchester in Lübeck. Quelle: Lukasz Rajchert
Lübeck

Typische Werke von Schostakowitsch und Tschaikowsky bildeten das Programm. Beide Komponisten hatten zur Zeit der Niederschrift zu kämpfen; Schostakowitsch mit dem sowjetischen Machtapparat, Tschaikowsky mit seinem komplizierten Charakter. Den Abend leitete der polnische Dirigent Michal Nesterowicz (44). Er betrat das Podium gleich zusammen mit der aus Korea stammenden Geigerin Soyoung Yoon (33), der Solistin im Violinkonzert Nr. 1 von Dmitri Schostakowitsch.

Soyoung Yoon ist Schülerin von Zakhar Bron, dem Geigenschmied aus Nowosibirsk, der einige Jahre in Lübeck unterrichtete. Sie nahm den spröden, etwas trockenen Kopfsatz des Violinkonzertes sehr behutsam, wurde feurig im Scherzo. In der Passacaglia verschmolz ihr Geigenton sehr schön mit dem Orchester. Die lange Solokadenz gelang eindrucksvoll, bevor es funkensprühend ins Finale ging. Deutsch-russisch war die Zugabe, ein Bravourstück für Violine solo von Aleksey Igudesman, der bei uns vor allem als Filmkomponist bekannt ist.

Michal Nesterowicz dirigierte Peter Tschaikowskys e-Moll-Sinfonie, die Fünfte, nicht nur auswendig. Er verzichtete auch auf das sonst übliche Podest, da er seine Musiker ohnehin um Haupteslänge überragt. Mit großen, deutlichen Gesten formte er die Einsätze, die Steigerungen, das Abflauen der Klangfluten. Das war typisch russische Seele, zumindest die, die aus Tschaikowskys Sinfonien spricht.

Natürlich ließ Nesterowicz das Blech schmettern, die Geigen klagen und schmeicheln. Es gab aber nicht nur wilde Temperamentsausbrüche, sondern immer wieder auch ruhige Inseln. Elegant kam der Walzer. Zum Schluss signalisierten die Blechbläser den Sieg über Mächte von Zweifel und Finsternis. Rauschender Beifall dankte den Gästen nach beiden Werken.

Konrad Dittrich

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