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Kultur im Norden Filmforum: Das sind die besten Filme aus Norddeutschland 2019
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12:02 25.10.2019
Daniel Michel spielt in „Coup“ den 22-jährigen Bankangestellten, der ein Hamburger Geldinstitut um 2,5 Millionen D-Mark erleichtert. Quelle: Foto: Sven O. Hill
Lübeck

Ist das nun wahr oder sind das alles Fake Facts, die Filmemacher Sven O. Hill seinem Publikum verkauft? Sein Spielfilm „Coup“ kommt fast daher wie ein Dokumentarfilm mit nachgespielten Reality-Szenen.

Und man möchte nur zu gerne glauben, dass diese haarsträubende Story, die sich da auf der Leinwand entwickelt, wie behauptet auf wahren Begebenheiten beruht. Aber irgendwie ist sie auch zu schön, um wahr zu sein.

Ein grandioser „Coup“

Eine Stimme aus dem Off kommentiert in breit gedehntem Barmbeker Slang die Geschichte eines grandiosen „Coups“, mit dem ein junger Bankangestellter in Hamburg gegen Ende der 80er Jahre seinen Arbeitgeber um 2,5 Millionen D-Mark erleichtert hat. Um sich dann mit seinem Kompagnon nach Australien abzusetzen, das die beiden aufgrund eines Haftbefehls wegen Betrugs oder Geldwäsche nicht ausliefern wird – ihren Fluchtplan haben die ausgefuchsten Junggangster im Vorfeld genau recherchiert. Wie und warum das Duo dann doch nach Deutschland zurückkehrt und auch noch mit einer Bewährungsstrafe davonkommt, erzählt Sven O. Hill in einem filmischen Crossover von Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilm.

So vielfältig sind die neuen norddeutschen Filmproduktionen

„Coup“ ist einer der Spielfilm-Favoriten von Lili Hartwig, die bei den 61. Norddeutschen Filmtagen Doris Bandhold abgelöst hat und erstmals das Filmforum kuratiert – die Plattform des Lübecker Filmfestivals für den norddeutschen Film. Er kreiere ein atmosphärisches Zeitbild der Spätachtziger und traue sich etwas mit seiner eigenen und innovativen Erzählweise. „Und ich freue mich jetzt schon darauf, den Regisseur nächste Woche nach dem Wahrheitsgehalt dieses Coups fragen zu können“, sagt Lili Hartwig.

Hier gibt’s den Überblick über alle Filme und Sparten der 61. Nordischen Filmtage

Alle Filme, alle Spielzeiten, alle Spielorte

Newcomer aus dem Norden

Die neue Kuratorin, die unter anderem das Kinder und Jugend Filmfest Michel in Hamburg geleitet hat und auch beim KurzFilmFestival Hamburg als Kuratorin tätig war, legt Wert darauf, eine große Bandbreite der norddeutschen Filmproduktionen abzubilden. Und so sind neben Krimis wie dem „Tatort: Borowski und das Haus am Meer“ auch romantische Filme wie „Weihnachten im Schnee“ von Till Franzen und als Weltpremiere „Auf einmal war es Liebe“ von André Erkau im Filmforum zu sehen. Auch die Newcomer aus dem Norden sollen hier sichtbar werden, und wie „Coup“ ist auch „Zu weit weg“ von Sarah Winkenstette ein Debütfilm – und außerdem neben „Romys Salon“ einer von zwei Kinderfilmen unter den Spielfilmen des Filmforums.

„Es war mir wichtig, neben dem ja schon etablierten Genre des norddeutschen Krimis, auch einem Kinderfilm oder einer schönen romantischen Komödie Raum zu geben“, sagt Lili Hartwig. „Das tut dem Herz gut, auch so etwas zu entdecken.“

Weitere Artikel zu den Nordischen Filmtagen

196 Filme in 283 Vorführungen sind vom 29. Oktober bis 3. November bei den 61. Nordischen Filmtagen in Lübeck zu sehen. Hier finden Sie eine Auswahl unserer Artikel.

Von Regine Ley