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Kultur im Norden Objekte, Bilder und Fotografie bei Artler
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06:00 16.06.2019
Ulrich Bittmann, Christine Rudolf und Gisela Kuchel (v. l.) hinter einem Glas-Kubus, in dem sich eine Straßenszene spiegelt.
Ulrich Bittmann, Christine Rudolf und Gisela Kuchel (v. l.) hinter einem Glas-Kubus, in dem sich eine Straßenszene spiegelt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

Die Objekte von Gisela Kuchel verändern sich in jeder Sekunde – durch das Licht und durch den Standpunkt des Betrachters. Mehrere Kuben aus transparentem und beschichtetem Acrylglas fangen die Farben der Umgebung ein und leuchten ständig in anderen Nuancen oder sorgen für Farbexplosionen im Raum. Schattenflächen durch Papier oder Bänder leuchten von der Innenseite in kaum beschreibbaren Farben.

„Das Phänomen Farbe und deren Wahrnehmung hat mich schon immer interessiert“, sagt die Objektkünstlerin, die aus dem Raum Tübingen vor drei Jahren nach Süsel zur Ostsee gezogen ist und dort, natürlich, fasziniert ist vom Farbenspiel des Wassers und Himmels. Inzwischen ist sie der Gemeinschaft Lübecker Künstler beigetreten, die die Galerie Artler betreibt und jetzt zum zweiten Mal in diesem Jahr neuen Mitgliedern die Möglichkeit gibt, ihr Schaffen vorzustellen.

Das Meer ist kalt am Fuß

Mit Licht, Schatten und Farben arbeitet auch Christine Rudolf. Die frühere LN-Fotografin betreibt in Lübeck ein Fotostudio, „aber neben den Auftragsarbeiten muss ich immer wieder frei arbeiten, sonst werde ich unglücklich“. Kommt es bei Porträts und Werbeaufnahmen auf die exakte Wiedergabe an, konzentriert sich Christine Rudolf außerhalb des Studios auf abstrakte Fotografie. Erstmals beschäftigte sie sich intensiv damit bei ihrer Fotografen-Meisterprüfung. Dafür befragte sie blinde Kinder und Jugendliche nach deren Bildern im Kopf für ihre Umwelt, etwa für das Meer („es ist kalt am Fuß“). Diese Beschreibungen setzte sie dann in abstrakte Fotos um. Seitdem liebt Christine Rudolf das Spiel mit Schärfe und Unschärfe, Licht und Schatten, Linien und Perspektiven. Ihre manchmal knallbunten, auch mal schwarz-grau-weißen Fotos setzen das Kopfkino in Gang, die Farben wirken durch ein spezielles Druckverfahren satt und intensiv. Bilder, die für Rudolf „die Atmosphäre des Moments“ wiedergeben.

Figuren im Ungefähren

Mit diesem Ausdruck lässt es sich gut anknüpfen an die Ölbilder von Ulrich Bittmann. Dick aufgetragene, intensive Farben geben ihnen Kraft, die angedeuteten Figuren bleiben im Ungefähren. Um „menschliche Seinszustände“, um Figur und Raum geht es dem langjährigen Internisten mit künstlerischer Expertise. Bittmann hat seine Hamburger Praxis aufgegeben und lebt jetzt in Mustin. Seit seiner Kindheit malt er und hatte bereits mehrere Ausstellungen. Seine Bildwelten sind vielschichtig und ambivalent, die Deutungshoheit liegt beim Betrachter.

Petra Haase

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