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Kultur im Norden Schnörkellose Kunst
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18:06 13.06.2019
„Ich fand es spannend, was das Feuer mit einem Stück macht“: Brigitte Storck. Quelle: Bettina Albrod
Stubbendorf

Die Keramikerin Brigitte Storck serviert Kunst: In ihrem Atelier in Stubbendorf (Kreis Stormarn) fertigt sie Teller, Schalen und Becher aus Porzellan und Steinzeug, die in erster Linie Kunstobjekte und erst auf den zweiten Blick Geschirrteile sind. Betrachten kann man sie am Wochenende vom 15. und 16. Juni, wenn Brigitte Storck gemeinsam mit der Holzbildhauerin Ulrike Dillig und Malerin Frauke Trebesius ihre Arbeiten präsentiert.

Geprägt sind die Objekte der Autodidaktin von Neugier. Die trieb sie Anfang der 80er-Jahre dazu, sich kreativ an der Töpferscheibe zu probieren, und die treibt sie bis heute an, wenn sie mit neuen Farben und Materialien experimentiert. Treu bleibt sie dabei ihren Lieblingsformen Kugel und Kegel, denen man in vielen Variationen begegnet. Ihre Kunststücke sind schlicht und ohne Schnörkel.

Nicht nur Aschenbecher

„Ich wollte mehr machen als Obstschalen und Aschenbecher für Bekannte“, blickt Brigitte Storck zurück. Sie besuchte vier Jahre lang die Werkkunstschule in Lübeck, wo sie bei Hans Kuretzky lernte, der unter anderem die Fliesen im Hamburger Elbtunnel restauriert hat. Er zeigte ihr neben dem Zweck vor allem den Ausdruck der Arbeiten auf, der ihre Teller gleichzeitig zu Gebrauchskunst macht. 1997 wurde die Keramikerin als Mitglied im Berufsverband Angewandte Kunst (BAK) zugelassen, und heute ist sie bei der Biennale in Schwerin vertreten und wird bei der Jahresschau des BAK im Lübecker St. Annen-Museum dabei sein.

Mit den Jahren hat Brigitte Storck mehrere künstlerische Phasen durchlaufen, angefangen beim Steinzeug, das sie zunächst noch ohne Glasur fertigte und stattdessen mit flüssigem Ton bemalte. Später folgte die Raku-Brenntechnik, die aus Japan stammt und dazu führt, dass durch das Brennen Risse in der Oberfläche der Arbeiten entstehen. Zusätzlich färbten sich unglasierte Flächen schwarz.

Kugel und Kegel

„Ich fand es spannend, was das Feuer mit einem Stück macht“, erklärt sie. Geometrische Motive sind auch hier vorherrschend, sei es bei den zweidimensionalen Mustern auf den Kunstwerken oder bei den dreidimensionalen Formen, die stets auf Kugel und Kegel zurückzuführen sind und als Ausschnitte der Grundform daher kommen.

In der Folge-Phase hatte ein Hund die Hand im Spiel, beziehungsweise die Pfote auf der Vase, aber die Wiederholung des gegenständlichen Motivs barg für Brigitte Storck bald keine Herausforderung mehr. Schließlich wandte sie sich dem Porzellan zu, bliebt auch hier ihren Grundformen treu und experimentiert heute mit eingefärbtem Porzellan, das sich bei der Verarbeitung den Weg zum Muster selber bahnt.

Optische Täuschungen

„Jedes Stück wird anders“, hat die Künstlerin beobachtet, „jedes Muster ist eine Überraschung.“ Eine Borte, die Assoziationen weckt, ohne gegenständlich zu sein, umzieht eine Porzellanschale. Dann wieder ist es eine farbige Linie, die nur in der Gefäßwand zu erkennen ist. Die Keramikerin spielt mit optischen Täuschungen und zufälligen Symmetrien, verwendet seltenes Rot als Grundfarbe für Porzellanschalen oder bricht die Kreisform auf, um sie versetzt oder verkürzt wieder zu vereinen.

„Gleichzeitig bietet das Porzellan ganz besondere haptische Erlebnisse“, betont Brigitte Storck. „Poliertes Porzellan fühlt sich an wie Seide, und an kleinen Unebenheiten erkennt man, dass es sich um individuelle Handarbeit handelt.“ Das Innere der Gefäße bleibt unbehandelt, um im Kontrast die äußere Glätte zu betonen. „Planung und Überraschung machen meine Arbeiten aus.“

Die Sommerateliers sind von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Brigitte Storck hat ihr Atelier in der Bundesstraße 17 in Stubbendorf. Info: http://www.brigittestorckkeramik.de/

Bettina Albrod

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