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Kultur im Norden Heliane: Ein saftiger Opernstoff
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Heliane: Ein saftiger Opernstoff
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17:02 20.03.2019
„Ich liebe konzertante Opern“: Andreas Wolf leitet die Aufführung der Oper „Das Wunder der Heliane“ am Theater Lübeck. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

„Ich liebe konzertante Opern“, sagt der kommissarische Generalmusikdirektor Andreas Wolf, „bei dieser Art der Aufführung kann man sich als Dirigent ganz auf die Musik konzentrieren. Und wenn man dann wie wir auch noch in einem solch ausgezeichneten Konzertsaal wie dem der MuK spielen können, dann ergibt sich eine ganz besondere Situation – für uns Musiker wie für die Zuhörer.“

Zigarettenmarken nach der Oper benannt

Korngolds Oper wurde 1927 in Hamburg uraufgeführt, im selben Jahr wie Ernst Kreneks Jazz-Oper „Jonny spielt auf“. Beide Werke wurden schnell populär, so populär sogar, dass die Zigarettenmarken „Jonny“ und „Heliane“ auf den Markt kamen, erzählt der neue Musikdramaturg Christian Münch-Cordellier. „Die Marke ,Jonny‘ war für die einfachen Leute gedacht, ,Heliane‘ war weitaus nobler und hatte sogar ein goldenes Mundstück.“ Für Münch-Cordellier, der zuvor am Theater Gießen tätig war, ist es die erste Produktion in Lübeck. „Ich habe ein Faible für vergessene und selten gespielte Werke“, sagt er. „Korngold ist für mich einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, schon allein wegen seiner revolutionären Filmmusik.“ Andreas Wolf pflichtet dem Dramaturgen bei: „Korngolds Musik ist ausgesprochen vielfältig, hochemotional und ausdrucksstark. Man fühlt sich tatsächlich an seine späteren Filmmusiken erinnert. Auch bei Maxsteiners Musik zu ,Vom Winde verweht‘ finden sich noch Anklänge an ,Das Wunder der Heliane‘“.

Keine Untertitel

Ursprünglich sollte es vier konzertante Aufführungen der Oper im Großen Haus geben, letztlich entschieden sich die Verantwortlichen, nur zwei Aufführungen in der MuK zu disponieren. Das bringt Probleme mit sich: „Wir haben in der MuK keine Übertitelungsanlage. Aber Korngolds Musik ist so sprechend, dass es einfach ist, der Handlung zu folgen.“

Mittelalterlich anmutendes Mysterienspiel

Und diese Handlung ist eines der Probleme der Oper. Der Librettist Hans Müller-Einigen hat aus der Vorlage des jung verstorbenen österreichischen Dichters Hans Kaltneker ein mittelalterlich anmutendes Mysterienspiel gemacht. In einem totalitären Staat leidet der Herrscher darunter, dass er die Liebe seiner Frau Heliane nicht erringen kann – deshalb darf in seinem Reich niemand glücklich sein. Als ein Fremder erscheint und dem Volk Freude und Glück bringt, wird er verhaftet und zum Tode verurteilt. Seine letzte Nacht verbringt er mit Heliane, ob sie sich ihm hingibt, bleibt unklar. Am nächsten Tag tötet sich der Fremde selbst, das Volk will, dass Heliane verbrannt wird. Durch ein Wunder erhebt sich der tote Fremde von seiner Bahre, der Herrscher tötet Heliane, aber seine Herrschaft ist gebrochen. „Das ist ein saftiger Opernstoff – einerseits“ sagt Dramaturg Christian Münch-Cordellier. „Es ist aber auch ein Stoff, der irgendwie aus der Zeit gefallen ist, ebenso wie Korngolds Musik. Was aber nichts an ihrer Qualität ändert. In dieser Partitur findet sich alles, von zärtlichsten kammermusikalischen Passagen bis hin zum ganz großen Pathos. Korngold instrumentiert und arrangiert äußerst feinsinnig.“

Premiere am Sonntag, 24. März, um 18 Uhr in der MuK, eine weitere Vorstellung am Dienstag, 26. März, beginnt um 19 Uhr.

Jürgen Feldhoff

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