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Kultur im Norden Aufbruch zum Horizont
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19:18 24.10.2019
Die Künstlerin Renate Straatmann baut ihre Ausstellung in der Buchbinderei Blattgold im Aegidienviertel auf. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Aufgewachsen auf dem Priwall, bleibt für Renate Straatmann der endlose Horizont der See ein Lebensthema. Ihr wiederkehrendes Motiv: die Grenzenlosigkeit des Meeres. Aber auch der starke Kontrast, denn geprägt wurde sie ebenso von der Ansicht der Zonengrenze zur ehemaligen DDR. „Alle Meere dieser Erde sind durch ihre Strömungen miteinander verbunden“, sagt die Künstlerin und kommt immer wieder in ihren Bildern zurück auf die machtvolle übergreifende Präsenz der Natur und die Sphären von maritimen Landschaften.

Ihr Werkzeug: eine ausgediente EC-Karte

Wie bei ihren Erinnerungen an Stavanger, die sie in den kühlen Farben der norwegischen Buchten und Fjorde umgesetzt hat. Fotos als Vorlage brauche sie nicht: „Ich habe die Bilder in mir und zuhause setze ich sie um.“ Dazu werden zunächst die Acrylfarben auf der Leinwand ausgedrückt. Bis hierhin bestimmt Renate Straatmann noch den Prozess. Doch dann beginnt sie zu spachteln – mit einer ausgedienten EC-Karte, mit den Händen möglichst nahe an der Fläche: „Dabei bin ich mit den Fingern fast in der Farbe.“

Bewegung, Dynamik, Emotion in Rot und Schwarz-Weiß. Quelle: Straatmann

Was sich als Detail herausdrängt und durchsetzt, lässt sie bestehen und arbeitet es als Kontrast heraus: Konturen einer menschlichen Gestalt, eine gezackte Bruchkante, oder Gebäude, eingebettet in Wildnis. Wo sie irgendwie nicht hingehören wie Hochhäuser mitten in der Natur in ihrer Arbeit „Griften“. Oder man verliert sich im Verfolgen einer Linie, die scheinbar zu einer weiteren Ebene führt, wie in „EisLand“.

Emotionen auf die Leinwand gebracht

Es sei ein reines Schaffen in der Farbe, beschreibt die Astrid-Keimer-Schülerin das freie Malen ihrer Wahrnehmungen und Emotionen oder „Seh-Eindrücke“, wie sie es nennt: „Ich bin ganz ruhig und zufrieden in mir, das können meine Bilder auch ausdrücken.“ Für den Betrachter könne sich freilich eine andere Wirkung ergeben.

Info: Die Arbeiten von Renate Straatmann sind bis 20. Dezember in der Buchbinderei „Blattgold“, Weberstraße 1F, zu sehen, dienstags und mittwochs 13 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags 10 bis 13 Uhr; Vernissage ist am 25. Oktober 2019, um 19 Uhr. Am Freitag, 1. November, 17 Uhr, findet die Vernissage im Stadtteiltreff „SOFA“, St.-Annen-Straße 1, statt, musikalisch umrahmt von Harald Reinecke. Die Arbeiten sind dort bis 31. Dezember zu sehen, dienstags bis donnerstags 9 bis 18 Uhr, freitags und sonnabends 9 bis 19 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr. Außerdem stellt sie von 1. bis 30. November im Kunstcafé der Vorwerker Diakonie, St.-Annen-Straße 15, aus. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, jeweils 11 bis 17 Uhr.

Von Margitta True

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