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Kultur im Norden Rolf Beck: Weltweit im Chor-Einsatz
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15:51 14.01.2020
2013 verabschiedete sich Rolf Beck nach 14 Jahren als Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Quelle: Foto: Axel Nickolaus
Kiel

Rolf Beck gibt sich keinen großen Illusionen hin. Wenn er am 15. Januar seinen 75. Geburtstag feiert, rechnet er nicht mit Glückwünschen vom Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) oder von der Landesregierung. Dafür hat er 2013 nach 14 Jahren als Intendant seinen Abschied als gar zu stillos empfunden. Verdient jedoch hätte er eine Würdigung.

Für Überzeugungen gestritten

Im Einsatz etwa für eine angemessene finanzielle Förderung durch das Land hat Rolf Beck sich nicht nur beliebt gemacht, hat für seine Überzeugungen gerade in der Carstensen-Ära auch gestritten. Aber das SHMF hat sich unter seiner Leitung vielbeachtet weiterentwickelt, mit einer stattlichen Riege großer und von ihm auch groß gemachter Künstler, mit spannenden Länderschwerpunkten als dramaturgischem Markenzeichen, mit der Zukunftssicherung von Jazz Baltica und mit dem notgedrungenen, letztlich glücklichen Umzug der Orchesterakademie von Salzau nach Büdelsdorf.

Das Festival weiterentwickelt

Weiterentwickelt hat er das Festival auch mit der Gründung der Chorakademie, dessen Konzept Rolf Beck auch nach seinem Ausscheiden als Intendant beim SHMF nicht aufgeben wollte und will. „Vier Kontinente – ein Klang“: Über die Jahre hat Beck sich mit seiner „Internationalen Chorakademie Lübeck“ internationales Renommee erworben. Nicht nur ein „Ableger“ im brasilianischen Trancoso/Bahia zeugt davon. Im europäischen Ausland, aktuell vor allem im asiatischen Raum, ist sein hochkarätiges Gesangsensemble stark gefragt. Nun steht die Chorakademie mit Tan Duns „Buddha Passion“ nach Terminen in China und Südkorea am 9. April auch in Hamburgs Elbphilharmonie auf dem Programm.

Das ist die Internationale Chorakademie Lübeck

Der Chor, sagt Rolf Beck, versteht sich als Bindeglied zwischen Hochschule und Beruf – und verweist auf eine beachtliche „Wall of Fame“. Er selbst sieht sich zunehmend als „Mann, der sich um den Nachwuchs kümmert“. Und dabei auch jenseits des Pultes Beachtliches bewegt: Hongkong und Singapur, auch Budapest sind 2020 weitere Stationen, Akademiephasen in der Slowakei und Brasilien, dazwischen soll Beck mit dem Chor von Radio France die Buddha-Passion einstudieren – gesungen auf Mandarin, versteht sich.

Teilnahme am Shanghai Festival

Kaum vorstellbar, das im Juli noch Zeit bleibt für die angefragte Teilnahme am Shanghai Festival mit Tan Duns Passion, aber auch Beethovens „Missa solemnis“. Zumal, auch das ist Rolf Beck, bei all den spannenden Reisen noch ein wenig Zeit bleiben muss, das Leben etwa bei einem guten Essen und einem guten Wein zu genießen. Das schließt ja gute Musik dazu nicht aus.

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