Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Romantische Chormusik im Lübecker Dom
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Romantische Chormusik im Lübecker Dom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:16 07.08.2019
Nicolas Fink ist Chordirektor des Schleswig-Holstein Festival Chores. Quelle: Max Niemann
Lübeck

Eines muss man den Machern des SHMF lassen: Für Überraschungen sind sie immer gut. Zwei Werke unterschiedlicher Bereiche waren für das Konzert des Festivalchores im Dom angekündigt, Anton Bruckners Messe Nr. 2 e-Moll und eine Auswahl der „Songs of Farewell“ von Hubert Parry.

Man konnte rätseln. Erst die hohe Kunst des frommen Katholiken, danach das Volkstümlichere des Briten? Oder umgekehrt? Das Programmheft brachte Anderes an den Tag. Beide Werke beziehungsweise Werkgruppen waren ineinander verschränkt. Dazu eine Choralpartita von Johann Sebastian Bach. Skeptikern zum Trotz: Der Mix funktionierte.

Bruckner und Parry in religiöser Inbrunst

Bruckner und Parry, in etwa Zeitgenossen, sind sich nie begegnet. Der eine saß auf der Orgelbank des Linzer Domes in Österreich, der andere auf seiner britischen Insel. Aber religiöse Inbrunst ist den Werken beider Komponisten eigen. Und dass Bruckner für seine e-Moll-Messe kein großes Orchester, sondern nur eine Bläsergruppe verwendet, kommt den A-cappella-Gesängen Parrys entgegen.

Das mit der Bläsergruppe ist schnell erklärt. Bruckner schrieb diese Messe zur Einweihung einer Kapelle. Für ein romantisches Orchester war wohl kein Platz oder kein Geld vorhanden. Die Bläser für die Aufführung beim SHMF hatte Diethelm Jonas mit Studierenden der Musikhochschule Lübeck zusammengestellt. Die Gruppe aus Holz- und Blechbläsern mit ihrem Professor an der Oboe spielte sauber, fein abgestuft, und zwar nicht nur in den Sätzen der Partita „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768), sondern auch bei der Begleitung von Sätzen der Messe.

Aufmerksam für dynamische Feinheiten

Nicolas Fink hatte den semiprofessionellen Festivalchor gut vorbereitet und das Geschehen bestens im Griff. Das war für die Sänger nicht immer einfach, denn Pausen mit der Möglichkeit, Töne für das nächste Stück anzugeben, waren nicht vorgesehen. Nahtlos ging es weiter, bei der Bruckner-Messe bis zur Achtstimmigkeit aufgefächert. Fink achtete sehr auf dynamische Feinheiten. Da wurden innige Gebete ebenso überzeugend gesungen wie glaubensstark herausgerufene Bekenntnisse. Um nur ein Beispiel zu nennen: große Traurigkeit bei der Erinnerung an den Kreuzestod Jesu und gleich darauf der Jubel der Auferstehung im Credo.

Anrührend in den tiefen Bässen

Einige weitere Dinge fielen auf. Die Mitglieder des Chores standen nicht nach Stimmgruppen getrennt, sondern durcheinander. Das erhöht die Schwierigkeit, kommt dem Gesamtklang aber zugute. Während sonst bei Kirchenchören die Männerstimmen in der Minderheit sind, dominierten sie hier zumindest klanglich, besonders anrührend auch in den tiefen Bässen.

Hubert Parrys fromme Gesänge ließen sich ebenso intensiv ausformen wie die Teile der Messe, und seine Absichten drückte der Dirigent mit deutlichen großen Gesten aus. Dass die meisten Besucher die englischen Texte in der Dämmerung des Domes nicht mitlesen konnten, war zu verschmerzen.

Ausgesprochen positiv: Das gesamte Programm wurde ohne Pause durchgesungen. Eine Pause hätte die Geschlossenheit des Ganzen zerrissen. So bescherten die Mitwirkenden dem großen Zuhörerkreis berückend schöne und intensive 75 Minuten. Der Beifall am Schluss war hochverdient. Zugaben wurden nicht gewährt.

Von Konrad Dittrich

Eine Darth-Vader-Mumin-Installation und sein Lübeck-Panorama hat der Künstler Jonathan Meese für die tolle Zusammenarbeit in der Stadt gelassen – beide Arbeiten bleiben in der Kunsthalle St. Annen.

07.08.2019
Kultur im Norden Jane Lee Hooker live - New York rockt Lübeck

Frauenpower aus den USA – stimmgewaltig, rockig und eigen: Am Donnerstag, den 15. August, spielen die fünf Musikerinnen im Riders Café.

06.08.2019

Das Wacken-Festival 2020 ist ausverkauft. 21 Stunden nach Start des Vorverkaufs für das nächste Jahr waren alle 75.000 Karten vergriffen, wie der Veranstalter am Montagabend auf der Festival-Website mitteilte.

06.08.2019